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Werben für den dritten Weg

Bahnexperte Bodack sieht Alternativen zu Stuttgart 21

Das „Reutlinger Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21“ lud am Dienstagabend zu einem Vortrag mit dem Titel „Endet Stuttgart 21 schon vor dem Flughafen?“ ins franz. K.Referent war der Bahnexperte Prof. Karl-Dieter Bodack.

21.01.2011
  • David Mayer

Reutlingen. Karl-Dieter Bodack kam am Dienstag mit einer klaren These nach Reutlingen, wo er von rund 120 Stuttgart 21-Gegner(inn)en erwartet wurde: Zu Stuttgart 21 gebe es Alternativen, die wesentlich kostengünstiger seien und bis 2020 realisiert werden könnten. Er schlägt deshalb einen „dritten Weg“ vor, der Vorschläge aus „K 21“ und „S 21“ beinhaltet.

Doch wer eine einfache Alternative zu Stuttgart 21 erhofft hatte, wurde enttäuscht. Denn, wenn die Schlichtungsrunde eines gelehrt hat, dann dies: einfache, schnelle und billige Lösungen gibt es nicht. Kein Wunder, denn schließlich handle es sich bei Stuttgart 21 um „das komplexeste Projekt, dass die Deutsche Bahn je in Angriff genommen hat“, so der gebürtige Stuttgarter Bodack, der selbst als Sachverständiger auf Seiten der S 21-Kritiker an der Schlichtungsrunde teilgenommen hat.

Einer seiner Hauptkritikpunkte war die zu erwartende Bauzeit, welche Stuttgart auf Jahrzehnte zur „Baustellenmetropole“ machen werde. Die von der Bahn kalkulierte Fertigstellung 2020 sei „völlig unrealistisch“, da Risiken und mögliche Probleme nicht eingerechnet worden seien. Die Bauzeit werde sich daher verdoppeln.

Ein Grund dafür seien die Flughafen-Bahnanlagen, die den Flughafen besser mit dem Hauptbahnhof und dem Fernverkehr verbinden sollen. Allerdings habe das Eisenbahn-Bundesamt den Plänen bisher eine Absage erteilt, da sie nicht „die erforderliche Reife“ erreicht haben. Bis es zu einer Baugenehmigung komme, sofern diese überhaupt erteilt werde, rechnet Bodack mit mindestens fünf Jahren, bis zu einer Fertigstellung der Flughafen-Bahnanlagen würden mehr als 10 Jahre verstreichen.

Im Umkehrschluss hieße das, dass Stuttgart 21 erst viel später als 2020 fertig sei, denn ohne diese Anlagen komme der S 21-Zug Richtung Ulm schon am Flughafen zum Stehen. Bodack hatte auch hier einen alternativen Lösungsvorschlag parat: durch kleinere Neubaustrecken zwischen dem Flughafen, Tübingen und Plochingen, so der Diplomingenieur, sollte der Flughafen über Express-S-Bahnen besser mit den Fernverkehrsstrecken vernetzt werden – und zwar direkt und ohne den Umweg über den Hauptbahnhof.

Mit Halt am Flughafen könnten so auch Reutlingen und Tübingen einen Anschluss ans S-Bahn-Netz bekommen. Während Bodack dem geplanten unterirdischen Fernbahnhof am Flughafen keine Chance gibt, hält er die bereits genehmigte Neubaustrecke Flughafen-Wendlingen für „sinnvoll und notwendig“. Sie könne 2016 realisiert werden.

Insgesamt wenig förderlich findet Bodack die Fixierung auf Fahrzeitverkürzungen. Viel wichtiger seien die Verlässlichkeit der Verbindungen und kurze Wartezeiten für die Reisenden, meint der Experte, der viele Jahre in Führungspositionen bei der Deutschen Bahn beschäftigt war und jetzt als frei beruflicher Berater tätig ist. Als vorbildlich in Sachen Zugverkehr nannte er die Schweiz.

Bahnexperte Bodack sieht Alternativen zu Stuttgart 21
Der Bahnexperte Karl-Dieter Bodack hält Stuttgart 21 für viel zu teuer. Im franz.K warb er für eine kostengünstigere Alternative.Bild: Haas

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21.01.2011, 12:00 Uhr
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