Arabisches Filmfestival mit weiblicher Handschrift

Auftakt mit einer Reise durch den Irak

Von che

Einblicke in arabische Lebenswelten ermöglicht vom Freitag, 6. Oktober, an wieder das Arabische Filmfestival in Tübingen.

Auftakt mit einer Reise durch den Irak

Path of Maryam

Rund 100 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus dem Gebiet zwischen Marokko und den Vereinigten Emiraten werden an den kommenden neun Tagen gezeigt. Hauptspielort ist der universitäre Kupferbau, weitere Filmvorführungen gibt es im Kino Arsenal, dem Deutsch-amerikanischen Institut und dem Institut Culturel Franco-Allemand.  

Zur Eröffnung läuft am Freitag um 20 Uhr als europäische Erstaufführung der irakische Film „Path Of Maryam“. Er erzählt die Geschichte eines Witwers, der mit seiner  achtjährigen Tochter in die heilige Stadt Kerbala pilgert. Kurz vor dem Ziel werden die beiden auseinandergerissen, zudem machen Gerüchte von einem Terroranschlag ganz in der Nähe die Runde. Regisseur Atea Al Daradji ist bei der Vorstellung im Kupferbau anwesend, ebenso die beiden Hauptdarsteller Shadad Atia und Mohamed Rhaif.  

Geografischer Festival-Schwerpunkt ist in diesem Jahr Algerien. Neun Langfilme und ein Kurzfilmprogramm zeigen  ein Land, „das versucht, seine traumatische Geschichte und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Einklang zu bringen“, so Festivalleiter Adwan Taleb. Als Gast kommt am Dienstag, 10. Oktober, die Regisseurin Lidia Terki mit ihrem Debüt-Spielfilm „Paris La Blanche“ nach Tübingen. In dem Roadmovie durchquert eine Araberin Algerien und Frankreich auf der Suche nach ihrem Gatten, den sie zuletzt vor 40 Jahren gesehen hat.  

Eine weitere Festival-Sektion „Shubbak“ wirft Schlaglichter auf das Filmschaffen in anderen islamisch geprägten Ländern wie Afghanistan, Iran und der Türkei. Zudem präsentiert das Festival in Kooperation mit der Kunsthalle Tübingen die Reihe „Filmemacherinnen in Nahost und Nordafrika – Zwischen Filmkunst und Realität“. Insgesamt stehen laut Taleb diesmal mehr als 50 Filme von Frauen auf dem Spielplan. „Die Hälfte des Programms trägt weibliche Handschrift“, so der Festivalleiter.


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04.10.2017 - 12:17 Uhr