„Eine richtige Sauerei“ · Öltanks illegal entsorgt

Auf einem Feldweg bei Jettenburg haben Unbekannte zwei 1000-Liter-Öltanks illegal entsorgt

Von Uschi Hahn

Über wilde Müllhalden ärgert sich Oliver Polzin häufiger: Alte Sofas, die im Wald entsorgt wurden, Reifen, die im Straßengraben liegen. Solche Sachen. Aber zwei Öltanks mitten auf einem Feldweg? So etwas hat Kusterdingens Ortsbaumeister noch nicht erlebt.

Auf einem Feldweg bei Jettenburg haben Unbekannte zwei 1000-Liter-Öltanks illegal entsorgt

1000 Liter Heizöl passen in jeden dieser beiden Öltanks. Sie wurden auf einem Feldweg bei Jettenburg abgladen. Bild: Merkel

Als „richtige Sauerei“ bezeichnet er die illegale Entsorgung der beiden Plastiktanks mit einem Fassungsvermögen von je 1000 Liter auf dem Parallelweg zur B28 bei Jettenburg.

Polzin war am Montagvormittag auf einer Kontrollfahrt, als er die beiden Tanks entdeckte. Das asphaltierte Sträßchen dient gerade als Umleitungsstrecke für Busse, weil die Ortsdurchfahrt von Jettenburg gesperrt ist. Nachdem der Ortsbaumeister den Umweltfrevel mit Fotos dokumentiert hatte, ließ er die Tanks von Bauhofmitarbeitern vom Asphalt ziehen und mit einer Plane abdecken.

„Wir müssen die Tanks jetzt erst einmal auf eigene Kosten wegschaffen“, ärgert sich Polzin. Mittlerweile hat die Gemeinde eine Firma beauftragt, die die Tanks abtransportieren soll. Allein die ordentliche Entsorgung wird 500 Euro kosten. Den kompletten materiellen Schaden beziffert der Ortsbaumeister auf rund 1000 Euro. Ob der noch nicht identifizierte Umweltsünder noch mehr angerichtet hat, ist unklar. „Ich hoffe, nicht, dass der Boden was abgekriegt hat“, sagt Polzin über möglicherweise ausgelaufenes Öl.

Mit Vorsatz und aus Geldgier

„Einigermaßen entsetzt“, war auch Dr. Reinhard Merkel, als er am Samstagnachmittag bei einem Spaziergang mit seinen Hunden auf die beiden Tanks stieß. „Das war schon heftig“, beschreibt der Jettenburger seine Entdeckung. „Richtig große Dinger“ waren das, die da „mitten auf dem Weg lagen“. Auch er hat Fotos von den beiden im Jahr 1985 bei der Dettenhäuser Firma Nau hergestellten Plastik-Öltanks gemacht. Sogar die Seriennummer hat Merkel dokumentiert. Das Material hat er jetzt der Polizei übergeben.

Merkel und seine Frau sind dort häufig mit den Hunden unterwegs. Sie vermuten, dass die Tanks am Freitag zwischen nachmittags um 14 und abends um 19 Uhr auf dem Feldweg deponiert wurden. „Ich finde, dafür müsste jemand ins Gefängnis kommen“, sagt er. Wer auch immer die Tanks auf diese Weise los werden wollte, habe schließlich „mit Vorsatz“ gehandelt. Und das „nur aus Geldgier“, weil er die „Kosten für die ordentliche Entsorgung sparen wollte“.

Ob es sich bei der illegalen Entsorgung tatsächlich um eine Straftat handelt, ist laut Björn Reusch, noch offen. Dies hänge, sagt der Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizeidirektion in Reutlingen, davon ab, in welchem Zustand sich die Tanks befanden. „Wenn da noch Öl drin war und Flüssigkeit ins Erdreich gelangen konnte“, handele es sich um eine „umweltgefährdende Abfallbeseitigung“. Das wäre eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet wird.

Wenn die Tanks „innen sauber“ waren, sei ihre illegale Beseitigung indes nur eine Ordnungswidrigkeit, wie Polizeisprecher Reusch sagt. Laut aktuellem Umwelt-Bußkatalog des Landes Baden-Württemberg sind dafür 500 bis 2500 Euro fällig.

Wie Reinhold Merkel den Fund auf dem Feldweg beschreibt, dürfte sich der illegale Abfallentsorger allerdings kaum die Mühe gemacht haben, die Tanks zu säubern: „Die haben heftig nach Heizöl gestunken.“ Das bestätigt auch Kusterdingens Ortsbaumeister: „Der Geruch war eindeutig Öl“, sagt Oliver Polzin. Er hofft, dass der Müllfrevler beobachtet wurde und bittet: Wer etwas weiß, soll sich unter Telefon 07071/130880 ans Ordnungsamt der Gemeinde wenden.


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12.10.2017 - 01:00 Uhr