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Stadtmuseum

Auf Hip-Hop folgt Techno

Mit der spektakulären Zwischennutzung macht das Wilhelmspalais von sich reden. Aber auch an der Dauerausstellung wird gearbeitet.

04.12.2017
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. Torben Giese kann sich auf die Schulter klopfen. Er hat gewagt, und er hat gewonnen. Der Gründungsdirektor des künftigen Stuttgarter Stadtmuseums, das aktuell noch unter seinem Namen Wilhelmspalais firmiert, hat es geschafft, dass das für rund 40 Millionen Euro umgebaute Haus im Gespräch ist, noch bevor es eröffnet hat. Seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt wird das bald 200 Jahre alte Gebäude erst im April, bis dahin gehen die massiven Messingtüren immer wieder für spektakuläre Zwischennutzungsprojekte auf.

Bereits bei der Vorbesichtigung im September zeigte sich: Die Menschen sind höchst zufrieden mit dem, was das Büro Lederer, Ragnarsdóttir, Oei in vier Jahren Umbauzeit aus der Ex-Stadtbücherei herausgeholt hat. 20 000 Besucher zählte Giese – damit habe er nicht ansatzweise gerechnet. „Das war wie ein Rausch“, sagt er strahlend.

Während damals zu Theater, Musik und Vorträgen das klassische Hochkulturpublikum kam, sind es aktuell, bei der Zwischennutzung Nummer zwei, junge Leute mit Baggyhosen. Seit dem 23. November widmet sich das Team im „Palais der Kolchose“ der Hip-Hop-Kultur in Stuttgart – und hat ein neues Publikum fürs Museum begeistert. Für die Partys mit Stars wie den Massiven Tönen oder Max Herre waren die jeweils 1200 Karten rasch verkauft. Giese schätzt, dass bis zum Ende des „Palais der Kolchose“ bis zu 15 000 Besucher da gewesen sein werden.

Der nächste Streich folgt vom 14. bis 21. Dezember mit dem „Palais des Techno“. Zentral ist eine Walter-Giers-Ausstellung. Neben der Kunst des 2016 verstorbenen Licht-, Klang- und Medienkünstlers wird die Clubkultur in der Landeshauptstadt beleuchtet. Am 16. Dezember wird anlässlich des „Stuttgart Electronic Music Festival“ eine Podiumsdiskussion stattfinden – unter anderem mit Star-DJ Len Faki. Und am 21. Dezember darf der ehemalige Stuttgarter Club Rocker 33 ein Comeback für eine Nacht feiern. Für den 39-jährigen Giese ist das „Palais des Techno“ eine „Herzensangelegenheit“. Nicht nur, weil er ein großer Fan von elektronischer Musik ist, sondern auch, weil er sich als Brückenbauer zwischen der Politik und Vertretern der Subkulturen versteht.

Im Februar geht es cineastisch weiter. Beim „Filmwinter-Palais“ wird das Haus vom 8. bis zum 11. Februar zum Zentrum für Film-, Medien- und Netzkunst. Mehrere Filmsäle seien geplant, eine Ausstellung, Workshops und Preisverleihungen.

Die speziellen Angebote genießen Giese und sein Team. „Wir verwirklichen uns. Wir machen Dinge, die nie wieder gehen werden“, sagt er, stellt aber auch klar: Parallel zu den Zwischennutzungen läuft der Aufbau der historischen Dauerausstellung im ersten Stock und der Kinderschau im Untergeschoss. Im zweiten Stock sollen später die Sonderausstellungen sein. Starten will man zur Eröffnung im April mit einer interaktiven Edutainment-Schau zur Gegenwart der Stadt. Was als letztes Element noch fehlt, ist eine Freitreppe vor dem Haus, die sich bis zum Staatsarchiv und zur Landesbibliothek ziehen soll.

„Es ist nicht so, dass wir im Sommer schon einen Masterplan hatten und jetzt als Zeremonienmeister nach und nach enthüllen“, resümiert Giese. So steht fest, dass am 17. März, zur „Langen Nacht der Museen“, die letzte Zwischennutzung sein wird, „aber wir haben noch keine Ahnung, was wir da machen“, sagt er lachend. Diese Spontaneität zieht sich wie ein roter Faden durchs Interimskonzept. Giese bekennt: Manchmal hat er etwas Angst vor der eigenen Courage. Er muss wieder lachen. „Wir fahren jetzt schon Superlativen auf. Was machen wir denn dann zur Eröffnung?“

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04.12.2017, 06:00 Uhr
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