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Ohne reale Basis

Antwort auf Leserbrief von Herrn Dr. med Sultan

Verständlich, dass Sultan und Wiesner in ihren Briefen lieber verschweigen, dass sie am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, wo Primatenversuche durchgeführt werden, beschäftigt sind. Zum Zweck der Verteidigung von Tierversuchen aber mit falschen Tatsachenbehauptungen aufzuwarten, ist schlicht peinlich.

27.05.2011

So schrieb Sultan: „Die von Egas Moniz entwickelte Psychochirurgie (...) führte zur Verstümmelung von einer Million psychiatrischer Patienten. Diese ‚Therapie‘ wurde vorher leider nicht an Tieren getestet.“ Das Gegenteil stimmt: Die Experimente an Schimpansen von Jacobson/Fulton (Yale University) in den 1930er Jahren brachten Egas Moniz überhaupt erst auf die Idee, die Methode beim Menschen anzuwenden! Wiesner meint: „Die Entwicklung des Penicillins geht auf das Jahr 1893 zurück und rettet millionfach Leben.“ Penicillin wurde erst 1928 entdeckt – nicht durch Tierexperimente, sondern durch Zufall; nach heutigen Standard-Tierversuchen wäre es nicht zugelassen worden, weil es tödlich für Meerschweinchen und andere Nager ist.

In Bezug auf Antispeziesismus spricht Wiesner von ideologischer Verblendung. Richtig aber ist, dass, insofern sich die Ideologie der Ausbeutung von Tieren bis in die Moderne aus der Realität des Versorgungsmangels erklärte, dieses ökonomische Strukturmoment in der Industriegesellschaft überwunden ist. Der Tierausbeutung ist die reale Grundlage ihrer historisch gewachsenen Notwendigkeitsideologie objektiv abhandengekommen: Einer Ideologie ohne realer Basis folgt, wer am wissenschaftlich widerlegten Mensch-Tier-Dualismus zur Legitimation von Gewalt gegenüber Tieren festhält.

Matthias Rude für die Antispeziesistische Aktion, Tübingen

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27.05.2011, 12:00 Uhr
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