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Zur Grundlagenforschung am Institut für Neurobiologie

Angeblicher Nutzen

Wir berichteten über Grundlagenforschung am Institut für Neurobiologie mit Schimpansen, die helfen soll, krankhafte Veränderungen des vorderen Stirnhirns besser zu begreifen.

11.04.2012

Seit unsere Kampagne gegen die Experimente mit Primaten läuft, sind die Experimentatoren darum bemüht, in der Öffentlichkeit deren angeblichen Nutzen zu betonen. Wild wurden dazu schon irgendwelche Krankheiten angeführt – Alzheimer, Parkinson, Krebs –, deren Bekämpfung durch Erkenntnisse aus den Versuchen ermöglicht werden soll – nun also Schizophrenie.

Für die Behauptung aber, die Untersuchung der Verarbeitung visueller Reize und subjektiver Entscheidungsprozesse im Hirn von Rhesusaffen helfe krankhafte Veränderungen des vorderen Stirnhirns beim Menschen zu begreifen, gibt es keine Grundlage. Das TAGBLATT übernimmt zwar unkommentiert die Behauptung der Experimentatoren, das Gehirn von Rhesusaffen eigne sich als „Modell“ fürs menschliche Hirn, doch diese These ist schlicht nicht haltbar. Die US-amerikanische Neurologin Aysha Akhtar etwa hat gravierende Unterschiede festgestellt: So haben Menschen zur Verarbeitung visueller Reize Hirnbereiche, die es bei Affen überhaupt nicht gibt; ein menschliches Neuron hat 7000 bis 10 000 Synapsen, beim Rhesusaffen sind es nur 2000 bis 6000. Fazit: Forschung an Affenhirnen erlaubt Aussagen über die Funktion des Affenhirns – mehr nicht.

Max Horkheimer und Theodor W. Adorno verurteilten schon 1944 in ihrer Schrift „Dialektik der Aufklärung“ die Vorgehensweise solcher von bloß instrumenteller Vernunft geleiteten Wissenschaft, „verstümmelten Tierleibern“ den „blutigen Schluss“ abzwingen zu wollen. Was Hirnforschung an Affen betrifft, kommt hinzu, dass deren Ergebnisse überhaupt nicht auf Menschen übertragbar sind: Die Experimentatoren vollziehen hier an den Tieren einen blutigen Fehlschluss.

Matthias Rude, Antispeziesistische Aktion, Tübingen

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11.04.2012, 12:00 Uhr
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