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„America first“ im Biathlon
Das Familienglück ist perfekt: Lowell Bailey feierte seinen Weltmeistertitel auf dem Podium mit Frau Erika und Tochter Ophelia. Foto: afp
Weltmeisterschaft

„America first“ im Biathlon

Während Lowell Bailey die erste Goldmedaille für die USA ergattert, ist Erik Lesser im Einzel auch mit „Blech“ zufrieden.

17.02.2017
  • MANUELA HARANT

Hochfilzen. Als Donovan Bailey auf die Zielgerade einbog, war Erik Lessers Bronzemedaille verloren. Und doch jubelten die 15 300 überwiegenden deutschen Fans, als würde einer der ihren zu seinem ersten Sieg der Karriere laufen. Das fachkundige Publikum wusste um den historischen Moment: Der 35-Jährige aus North Carolina gewann gestern als erster US-Amerikaner der Geschichte den Weltmeistertitel.

Wie schon beim Sprint-Triumph von Benedikt Doll am Samstag waren es auch im 20-km-Einzelrennen Athleten aus dem so genannten „erweiterten Favoritenkreis“, die sich ein an Spannung kaum zu überbietendes Fernduell boten. Der Tscheche Ondrej Moravec durfte sich nach seinem fehlerfreien Rennen eine halbe Stunde lang als möglicher Sieger fühlen und wurde dann doch um 3,3 Sekunden vom drittletzten Starter geschlagen. „America first“ – jetzt auch im Biathlon. „Die letzten vier Kilometer haben sich wie 40 Kilometer angefühlt“, sagte Bailey, der mehr für einen Auftritt mit Gabriela Koukalova in der „Bond Biathlon Band“ bekannt war als für sein bis gestern bestes Resultat, einen zweiten Platz in einem Weltcup-Sprint vor drei Jahren.

Auch in Hochfilzen hatte trotz Platz vier im Sprint und Platz sechs kaum einer auf einen Bailey-Sieg getippt. Zumal der 35-Jährige vergangenes Jahr seine Karriere der Familie zuliebe beenden wollte. „Aber wir haben es irgendwie hinbekommen, beides unter einen Hut zu bekommen“, berichtete Bailey, der von Frau Erika und seiner acht Monate alten Tochter Ophelia viel Kraft zurückbekommt: „Auch wenn ich in einem Weltcup-Rennen Letzter werde, auf ihrem Podium bin ich immer die Nummer eins.“

Der geschlagene Moravec gratulierte sportlich fair, konnte seine Enttäuschung über den knapp verpassten Weltmeistertitel aber nicht verbergen. „Ich stand schon ein paarmal auf dem Podium, aber so nah an Gold war ich noch nie“, sagte der 32 Jahre alte Moravec, der 2015 in Kontiolahti Silber im Massenstart und Bronze im Einzelrennen gewonnen hatte. Hinter den beiden Top-Schützen lief Dominator Martin Fourcade trotz zwei Fehlern liegend erneut zu Bronze (+21,2 Sekunden). „Es war wie im Sprint: Ich habe zu schlecht geschossen, um bei dieser starken Konkurrenz mehr zu erreichen. Aber ich bin froh, dass ich wieder auf dem Podium bin“, sagte der Franzose.

„Absolut happy und zufrieden“

Für die Deutschen war es der erste WM-Tag in Hochfilzen ohne Medaillen-Party. Dabei war Erik Lesser nach nur einem Schießfehler und 32,0 Sekunden Rückstand als Vierter nah dran. Dass ihn der drittletzte Starter nach langem Warten noch vom Podest stieß, fand der Thüringer gar nicht grausam: „Ich habe ein gutes Rennen gemacht und mir die Sicherheit im Schießen zurückgeholt. Deshalb bin ich absolut happy und zufrieden.“

Dabei droht Simon Schempp wieder zur tragischen Figur der WM zu werden. Mit zwei Fehlern gleich im ersten Schießen war schnell klar, dass dem Uhinger jetzt nur noch eine Chance im Massenstart am Sonntag bleibt, um doch noch die ersehnte erste Einzelmedaille zu holen. „Immerhin bin ich anschließend noch mit drei fehlerfreien Schießeinlagen durchgekommen“, versuchte der 28-Jährige aus seinem zehnten Platz noch Positives zu ziehen.

Ähnlich ging es Benedikt Doll, der mit der Serie 1-2-0-0 auf Rang 19 landete. Der Sprint-Weltmeister gönnte Bailey dennoch den Erfolg: „Wie bei mir am Samstag hat bei ihm auch einmal alles zusammengepasst. Deshalb hat er es sich heute richtig verdient.“

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17.02.2017, 06:00 Uhr

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