Insolvenz

Alno-Tochter Pino wird verkauft

Von DPA

Auch für andere Unternehmensteile soll es Interessenten geben. Derzeit hält ein Kredit den Küchenbauer über Wasser.

Alno-Tochter Pino wird verkauft

Für die Alno-Tochter Pino ist ein Käufer gefunden. Foto: Felix Kästle

Pfullendorf. Für den ums Überleben kämpfenden Küchenbauer Alno hat eine entscheidende Phase begonnen. Zum einen beschloss das Amtsgericht Hechingen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens, wie der Insolvenzverwalter Martin Hörmann mitteilte. Zum anderen muss die Traditionsfirma seit dem 1. Oktober wieder selbst Personalkosten stemmen. Sie tut das mit Hilfe eines Kredits von 6 Mio. EUR. In den vergangenen Monaten hatte die Bundesagentur für Arbeit diese Kosten übernommen.

Zum genauen Stand der Dinge wollte sich der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Hörmann nicht äußern, generell beschreibt er die Lage als schwierig.

Die Option, den Alno-Konzern mit seinen rund 1600 Mitarbeitern als Ganzes zu verkaufen, galt schon länger als unwahrscheinlich; seit Montag ist sie definitiv vom Tisch. Denn der Insolvenzverwalter verkündete den Verkauf der Tochterfirma Pino aus Coswig in Sachsen-Anhalt. Den neuen Besitzer und die Kaufsumme nannte Hörmann nicht. Dieses im Billigsegment tätige Unternehmen mit 230 Beschäftigten gilt als finanziell vielversprechendster Teil des Alno-Konzerns. Auch für die anderen Unternehmensteile soll es Interessenten geben.

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens dürfte Hörmann bald harte Ansagen machen. So könnte er Mitarbeitern kündigen. Zudem könnte er sich von Miet- oder Leasingverträgen trennen, um die finanzielle Last zu drücken. Heute soll die Belegschaft der Konzernstandorte über die neuen Entwicklungen informiert werden.

Alno hat noch rund 1600 Mitarbeiter, davon sind etwa 700 in der Zentrale in Pfullendorf angestellt – dort gibt es neben dem Edelküchen-Fabrikanten Alno AG noch ein Logistikunternehmen. Für die auf Mittelklasse-Küchen spezialisierte Tochterfirma Wellmann in Enger (Nordrhein-Westfalen) arbeiten 400 Menschen, für die Billigküchen-Tochter Pino in Coswig (Sachsen-Anhalt) 230. Die Übrigen sind im Ausland tätig. dpa


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04.10.2017 - 06:00 Uhr