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Alles, was wir geben mussten

Alles, was wir geben mussten

Drei Internatsschüler kommen in dem atmosphärisch dichten Thrillerdrama hinter ein dunkles und verstörendes Geheimnis.

Jetzt im Kino: Die Liebe vor dem Weg zur Schlachtbank - "Alles was wir geben mussten"17.09.2015

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Jetzt im Kino: Die Liebe vor dem Weg zur Schlachtbank - "Alles was wir geben mussten" --

02:31 min

Never Let Me Go
GB

Regie: Mark Romanek
Mit: Keira Knightley, Carey Mulligan, Andrew Garfield, Sally Hawkins, Charlotte Rampling

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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Film bewerten

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21.04.2011
  • von Klaus-Peter Eichele

Warum wehren sie sich nicht? Darf man als Kinozuschauer nicht erwarten, dass, wem schwerstes Unrecht widerfährt, mutig dagegen aufbegehrt – auch wenn er am Ende scheitert? Die Helden in Mark Romaneks verstörendem Film nehmen ihr Schicksal jedoch klaglos und beinahe apathisch an. Die tödliche Katastrophe vor Augen, macht ihnen vor allem die Liebe und der darauf keimende Kummer zu schaffen.

Es geht um Gentechnik. In einer fiktiven Vergangenheit Großbritanniens ist das Klonen von Menschen möglich und auch erlaubt. Die Replikanten dienen als lebendige Ersatzteillager für die „echten“ Menschen. Sie werden einigermaßen gut behandelt, leben zwar unter sich, aber in relativer Freiheit. Als junge Erwachsene werden sie jedoch ohne Rücksicht auf ihre menschliche Natur nach und nach ausgeschlachtet. Das ist für die Betroffenen zwar bitter – auf die Idee, dass es barbarisch und verbrecherisch sein könnte, kommen jedoch nicht einmal sie selbst. Schließlich dient alles dem Wohl des Ganzen: Die Krankheits-Geißeln der Menschheit sind dank dieses „Gesundheits“-Systems so gut wie ausgerottet.

Der Film nach dem Roman von Kazuo Ishiguro erzählt die Geschichte von dreien dieser Klone. Kathy, Tommy und Ruth wachsen gemeinsam in einem unwirklich idyllischen Internat auf, wo ihnen das Lehrpersonal ganz sanft den Sinn und die angebliche Notwendigkeit ihrer frühen „Vollendung“, wie der Tod hier genannt wird, einimpft. Tatsächlich interessieren sich die Teenager aber für ganz andere Dinge: Kathy (Carey Mulligan) liebt Tommy (Andrew Garfield), doch der nimmt nach einigem Hin und Her ihre Zimmergenossin Ruth (Keira Knightley) zur Partnerin. Noch Jahre später, als sich die Wege des Trios längst getrennt haben, hat die melancholische Kathy an dieser Abfuhr zu knabbern. Doch dann bekommt sie, als der Tod schon bedrohlich nahe gerückt ist, unverhofft eine zweite Chance.

Es ist Teil der raffinierten Konstruktion des Films, dass man als Zuschauer dieser durchaus berührenden Lovestory folgen muss, wo man doch nichts sehnlicher wünscht, als die Rebellion der Todgeweihten gegen ihr schreckliches Los. Doch daran ist nicht einmal zu denken. Romaneks und Ishiguros Anliegen ist nicht Erlösung des Publikums von dem Übel, sondern eine eindringliche und im Detail sehr komplexe negative Utopie. Deren kritische Stoßrichtung ist nicht einmal so sehr die Der-Zweck-heiligt-die-Mittel-Ideologie mancher Verfechter der Biotechnologie. Vielmehr eine Gesellschaft, die das Unmenschliche so sehr verinnerlicht hat, dass sie das Menschliche sich nicht einmal mehr vorzustellen vermag.

Liebeskummer in der Gentech-Hölle. Gruselig und verstörend.

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21.04.2011, 12:00 Uhr | geändert: 27.04.2011, 12:00 Uhr

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Ich habe den Film anders erlebt als Herr Eichele. Filmisch unschöne Mittel habe ich so nicht wahrgenommen. Natürlich kommt das Thema nicht ohne graphische Aufnahmen aus, um die brutalen Auswirkungen der Massentierhaltung auf Mensch, Tier & Umwelt aufzuzeigen, doch sind diese keinesfalls unschöner als was man aus dem täglichen Fernsehen gewohnt ist. Der Film schafft einen sehr guten Überblick und bringt gut ausbalanciert die Fakten einerseits (seitens internationaler Experten) und persönliche, authentische Geschichten von Einzelpersonen andererseits zusammen ...  
Matthias Wehner über Hope For All
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