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Über die Geschichte der Astronomie

Ab und zu den Blick nach oben wagen

Einen Stern, der deinen Namen trägt, alle Zeiten überlebt und über unsere Liebe wacht.“ Die Faszination, die den Musiker DJ Ötzi zu diesem bekannten Songtext bewogen hat, verspüren Menschen bereits seit Jahrtausenden.

04.11.2017
  • Lorenzo Zimmer

Wie lange genau weiß keiner. Dass schon in Höhlen lebende und zottelige Säugetiere jagende Urmenschen gelegentlich zu den Sternen aufschauten, liegt aber auf der Hand. Was haben sie gedacht, als ihnen Tausende von Lichtern entgegen blinkten? Signale der Götter? Weissagungen fürs irdische Leben? Vermutlich waren sie ganz schön ratlos.

Heute glaubt man zu wissen, woher die Lichter kommen. Die Geschichte dieses Wissens ist voller Irrungen und Wirrungen und beginnt spätestens mit Höhlenmalereien in Frankreich. Sie entstanden wohl vor etwa 19 000 Jahren und zeigen – möglicherweise – den Sternenhaufen der Plejaden, den Sommerhimmel und einen Tierkreis. Vermutlich interessieren sich die Menschen also bereits sehr viel länger für das Funkeln der Sterne als für mathematische Beweise, chemische Elemente oder medizinische Phänomene. Forschung Nummer 0 der Wissenschaften.

Es kommt nicht von ungefähr, dass viele Religionen ihren Gott irgendwo da oben wähnen – eben im Himmel. Beinahe unvorstellbar kommt es einem bis heute vor, dass alle noch so komplexen Systeme und Galaxien nur durch die Gravitation und ein paar andere naturgegebene Regeln in ihren gewohnten Bahnen verlaufen – vielleicht völlig ohne göttliches Zutun.

Das Instrumentarium der Sternengucker jedenfalls ist über die Jahrzehnte sehr viel genauer geworden. Dabei ist der Astrophysiker unter allen Wissenschaftlern quasi die ärmste Sau. So gibt es etwa keinen menschenmöglichen Versuchsaufbau, in dem er die Explosion einer Supernova nachstellen kann. Es fehlt ihm nicht nur der Platz, auch die dabei erzeugte Temperatur von bis zu 500 Milliarden Kelvin würde dem Labor und überhaupt der ganzen Menschheit drumherum nicht gerade guttun.

Und der Astronom kämpft längst nicht nur mit solchen praktischen Problemen. Lange wurde seine Zunft von verschiedensten Mächten verfolgt und unterdrückt. Mal war es der Glaube, die Erde mit dem gottgeschaffenen Menschen müsste im Mittelpunkt von allem stehen. Ein anderes Mal die Unvorstellbarkeit, dass die Erde tatsächlich eine Kugel sein könnte.

Widerspruch gegen astronomische Forschung regt sich bisweilen bis heute: Der Genfer Teilchenbeschleuniger CERN wurde beinahe nicht in Betrieb genommen , weil Kritiker das Entstehen Schwarzer Löcher befürchteten. Und die Menschheit vor ihrer Auslöschung sahen. Bislang falscher Alarm.

Heute, am Tag der offenen Tür der Tübinger Astronomen, gilt es, der Wissenschaftsgilde zu gratulieren. Nicht nur zum Jahrtausende langen Bestehen. Sondern auch zum immerwährenden Bemühen, die Faszination für alles „da oben“ auch demjenigen näherzubringen, der „hier unten“ mit sehr viel weltlicheren Problemen zu kämpfen hat. Denn es lohnt sich. Mein Tipp: Nehmen sie sich gelegentlich mal Zeit für einen Blick in den Nachthimmel. Wenn sie heute keine haben, um die Astronomische Vereinigung zu besuchen, geht das erfreulicherweise auch sehr gut vom heimischen Balkon aus. Denn das Funkeln der Sterne und die Ahnung, wie viel da draußen noch sein könnte, erdet nicht nur DJ Ötzi, sondern alle Menschen seit jeher auf eine ganz eigene Weise.

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04.11.2017, 01:00 Uhr
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