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80 Stunden Arbeit pro Woche
Thomas Ranner 2014 im Trikot des TSV Herrsching. Archivbild: Ulmer
Volleyball

80 Stunden Arbeit pro Woche

Der Ex-Rottenburger Thomas Ranner studiert in Tübingen und hat im Volleyball gleich drei bedeutende Jobs – zuletzt mit riesigem Erfolg und zwei Medaillen.

07.09.2017
  • Moritz Hagemann

Sein Flug war schon gebucht: Von der Volleyball-EM in Polen wollte Thomas Ranner am vergangenen Freitag nach Hamburg fliegen. Also von der deutschen Männer-Nationalmannschaft zum Beachvolleyball-Duo Chantal Laboureur und Julia Sude. Beide Teams betreut Ranner als Co-Trainer. In den Flieger konnte der 30-Jährige jedoch nicht steigen, weil Deutschland überraschend das EM-Finale erreichte. Beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft von Laboureur/Sude war Ranner somit nicht dabei. Dafür aber beim EM-Silber mit Deutschland. „Ein unfassbarer Erfolg“, sagt Ranner, der auch Teammanager der Nationalmannschaft ist. „Viel mehr Erfolg als am vergangenen Wochenende geht einfach nicht mehr.“

Am vergangenen Sonntag nach der 2:3-Niederlage im EM-Finale gegen Russland blieb die Mannschaft bis nachts um 1 Uhr in der Halle, feierte dort ein bisschen die erste EM-Medaille überhaupt, packte dann im Hotel die Sachen, ging noch bis 4 Uhr in einen Nachtclub und dann zum Flughafen – eine schlaflose Nacht. Eine größere Feier mit dem Nationalteam soll noch folgen. „Aber zeitlich ist das schwierig, weil die Jungs ja schon wieder zu ihren Klubs mussten.“

Mit dabei im deutschen Kader war auch der Rottenburger Jan Zimmermann (24), der in der kommenden Saison in Frankreich spielt. Hinter dem erfahrenen Kapitän Lukas Kampa (30) war Zimmermann Zuspieler Nummer zwei. „Aber er kam gefühlt in jedem Satz rein und hat uns viel gebracht“, sagt Co-Trainer Ranner, „auch um Druck mit dem Aufschlag zu machen.“ Einen ganz wichtigen Anteil an diesem Erfolg habe auch Bundestrainer Andrea Giani, „ein Welttrainer“, sagt Ranner, der aktuell selbst an seinem Italienisch feilt.

Das Jurastudium des 30-Jährigen in Tübingen habe in diesem Sommer bei all dem Stress gelitten: „Aktuell ist es Auto fahren, fliegen und eine gute Zeiteinteilung“, erklärt Ranner, wie er all die Jobs stemmen kann. Beim MTV Stuttgart, einem der Top-Teams in der Frauen-Bundesliga, arbeitet Ranner noch als Jugendtrainer und hilft auch am Stuttgarter Olympiastützpunkt mit. Besonders im Sommer ein aufwändiger Job. „Eine 80-Stunde-Woche ist keine Seltenheit“, sagt er. „Aber ich reise gerne und noch schlafe ich gut in Hotelbetten.“ Aber er müsse überall Abstriche machen – vor allem in seiner Freizeit.

Weil die Nationalmannschaft bei der EM so stark spielte, bleibt dem Team nun eine Phase der Qualifikation auf die kommenden Titelkämpfe erspart. „Der Winter wird entspannter“, sagt Ranner. In diesem Sommer musste das Team neben der EM auch bereits die Qualifikation zur WM spielen, die Deutschland allerdings verpasste.

Ranner denkt aktuell nicht daran, einen seiner Jobs abzugeben. „Das ist natürlich auch eine finanzielle Frage“, sagt er. Zuletzt sei kaum Zeit geblieben, Laboureur/Sude regelmäßig zu unterstützen. „Ich wäre da gerne öfter bei den Mädels gewesen“, sagt er, „das ist ein geiles Team.“ Und weil das Duo, das zu den besten Teams der Welt gehört, zukünftig von den Förderungen des Verbandes profitieren soll, könnten sich auch Ranners finanzielle Aussichten für die Arbeit verbessern.

Im Pokal-Halbfinale nochmal ausgeholfen

Von 2008 bis 2012 spielte der gebürtige Münchner Thomas Ranner für den TV Rottenburg. In der Saison 2014/15 kehrte der Mittelblocker dann mit dem Aufsteiger TSV Herrsching in die Bundesliga zurück. Der TSV sei für ihn ein spezieller Klub gewesen, sagt Ranner, „die haben sich gegen dieses ideenlose und eingestaubte Image der Bundesliga gewehrt.“ In der abgelaufenen Saison kehrte Ranner dann sogar für ein Spiel nochmal zurück: Ende November hatten die Herrschinger so große Personalprobleme, dass kein Mittelblocker mehr fit war. Ranner spielte im Pokal-Halbfinale bei der 0:3-Niederlage bei den Berliner Volleys. „Der Knochenmühle Bundesliga kann ich mit meinem Körper nicht mehr über eine Saison standhalten“, sagt er. „Aber mein Arm ist noch gut. So ein Spiel geht da immer mal.“ Gegner Berlin, den späteren Meister, glückten Ranner 4 Punkte (2 Blockpunkte).

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07.09.2017, 01:00 Uhr
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