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Den Dorfkern bewahren

30 Ehrenamtliche machten sich an die Sanierung der Entringer Zehntscheuer

Sanierungsbeginn in der Entringer Zehntscheuer: Rund 30 ehrenamtliche Helfer waren dort am Samstag im Einsatz.

08.10.2012
  • Matthias Reichert

Entringen. Zum Auftakt hievten die Helfer ausrangierte Gerätschaften aus der Scheuer: hölzerne Räder und einen alten Erntewagen. Was mit dem Inventar passiert, ist noch offen. „Wenn sich kein Interessent dafür findet, hat wohl seine letzte Stunde geschlagen“, schätzt Bernhard Vogel.

Der im Sommer 2010 gegründete Förderverein hat schon mehr als hundert Mitglieder. In zwei Jahren will er die Entringer Zehntscheuer nun zum Bürgerhaus umbauen. Der Verein will das Gebäude betreiben und für Veranstaltungen vermieten. Hier könnte es dann Konzerte und Kinovorführungen geben, am Wochenende eine kleine Gartenwirtschaft. „Das soll ein offenes Haus werden, wo jede/r etwas findet“, sagt der Vereinsvorsitzende Heiko Fischer.

Teils waren mehr als 30 Helfer da. Sie räumten bis gegen 17 Uhr die Scheuer aus, trugen Knochensteine und Erde ab, um den Boden anzugleichen, gruben im Garten, fingen an, im Hof einen Graben für Strom-, Gas- und Wasserleitungen auszubuddeln. Solche Vorarbeiten werden den Förderverein die vier Oktobersamstage beschäftigen. Über den Winter wird dann das weitere Vorgehen geplant.

Im März geht der Umbau richtig los

Im März, wenn die Witterung mitspielt, wollen sie ein Gerüst aufbauen und das Dach aufmachen. Es wird gedämmt und neu gedeckt. Handwerker werden dazustoßen. „Dann geht es richtig an den Umbau“, sagt Fischer.

Er freut sich, dass zum Auftakt Helfer aus dem ganzen Dorf dabei waren. „Eine gute Mischung – jung und alt, aus allen Bereichen, Einheimische und Zugezogene. Wir sind auf einem guten Weg, weil schon sehr viele beteiligt sind.“

Früher war in der Zehntscheuer einmal eine Autowerkstatt. Die Gemeinde hat sie schon als Abstellraum vermietet und dort Fundfahrräder gelagert. Zehn Jahre lang stand das Gebäude leer. Das Holz der Zehntscheuer ist rund 400 Jahre alt. Die Mauern sind laut Mittelalterarchäologe Tilman Marstaller deutlich älter. „Wir wollen das unbedingt erhalten“, sagt Fischer.

Bis zu 192 000 Euro beträgt der Zuschuss der Gemeinde, dazu kommen Landeszuschüsse für die Ortskernsanierung. Die gesamte Sanierung ist auf maximal 565 000 Euro veranschlagt. „Das ist nur mit Privatinitiative zu stemmen“, sagt Helfer Bernd Kiefer. „Für mich ist es wichtig, dass Entringen einen Dorfkern erhält, weil das Dorf ein Gesicht braucht.“ Bei der Zehntscheuer mache man nun den Anfang, die alte Substanz zu erhalten, sagt Kiefer. „Sonst geht der Charakter des Dorfes verloren.“

Der 67-jährige Rentner Eckehart Fabarius hilft ebenfalls mit. Er ist seit zweieinhalb Jahren Entringer Neubürger. „Ich bin der Meinung, dass es sinnvoll ist, sich für den Ausbau der Scheuer zu engagieren.“ Im Gäu hat sich Fabarius schon für den Umbau der Kirchenscheuer in Eckenweiler eingesetzt, er ist auch dort Mitglied im Förderverein. Man solle solche alten Gebäude erhalten: „Das geht nur mit bürgerschaftlichem Engagement.“

30 Ehrenamtliche machten sich an die Sanierung der Entringer Zehntscheuer
Die Sanierung der Entringer Zehntscheuer hat begonnen. Als erstes räumten die Helfer am Samstag früh alte Räder aus de Gebäude.Bild: Reichert

Heikel sind beim Entringer Zehntscheuer-Umbau vor allem die Außenanlagen. Weil das frisch sanierte Nachbarhaus gegenüber bald wieder bewohnt ist, wird das alte Tor an der Kirchstraße ein Zugang nur für Notfälle. So muss die Scheuer von der Paulinenstraße aus von unten erschlossen werden. Im Gespräch ist auch ein seitlicher Durchbruch in die Scheuer für einen Helferzugang. Unten an der Böschung sind etwa zwölf Parkplätze geplant. Der möglichst behindertengerechte Aufgang muss fast vier Höhenmeter überwinden. „Da haben wir was vor uns“, sagt Grünplaner Bernhard Vogel, der im Sanierungsteam für den Außenbereich zuständig ist. „Das geht nicht von diesem Jahr aufs nächste. Da werden wir mit Sicherheit die nächsten drei bis vier Jahre volles Programm haben.“ Doch der Vereinsvorsitzende Heiko Fischer ist zuversichtlich, den Umbau in zwei Jahren zu stemmen.

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08.10.2012, 12:00 Uhr
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