Großfeuer zerstört Lagerhallen in Hagelloch

120 Feuerwehrleute waren stundenlang im Löscheinsatz

Von Manfred Hantke

Zwei landwirtschaftliche Lagerhallen an der Straße zwischen Tübingen und Hagelloch haben in der Nacht zum Sonntag lichterloh gebrannt.

120 Feuerwehrleute waren stundenlang im Löscheinsatz

Noch am Sonntagnachmittag qualmten die nassen Strohballen auf dem Feld beim Hagellocher Weg, das Technische Hilfswerk (THW) war immer noch dabei, sie abzulöchen. Schon von weitem kroch der Brandgeruch in die Nase, einige Schaulustige standen an der Straße und auf den Wiesen.

Die ganze Nacht und den halben Tag brauchte die Wehr, um das Feuer in den beiden Lagerhallen zu löschen. Sie waren voll mit Strohballen und neuwertigen landwirtschaftlichen Maschinen. „Es war ein großer Einsatz“, so Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Löhr, alle sechs großen Tanklöschfahrzeuge wurden gebraucht. 120 Wehrmänner und -frauen waren vor Ort, Unterstützung kam von den Wehren aus Ammerbuch und Kusterdingen. Erst am Sonntag um 13.30 Uhr hieß es „Feuer aus!“

Bemerkt hatte den Brand gegen 1.15 Uhr nachts die Ehefrau eines Landwirts. Sie war auf dem Heimweg nach Hagelloch, sagte Löhr. Als die Tübinger Wehr anrückte, standen beide Hallen bereits im Vollbrand – die eine etwa 20 mal 50 Meter groß, der Anbau rund 15 mal 20 Meter.

Schwierig sei die Löschwasserversorgung gewesen, so Löhr. Da die beiden Hallen etwa 100 Meter Luftlinie vom Hagellocher Weg entfernt waren, kein Hydrant in der Nähe ist, füllten die Kusterdinger und Ammerbucher Kameraden Wasser aus einem Hydranten am Tübinger Ortsende in Tankwagen. Die Wehr musste dann zunächst eine Leitung vom Hagellocher Weg her bergauf aufbauen und das Löschwasser hochpumpen, gleichzeitig legte sie eine Löschwasserleitung von Hagelloch aus runter zu den Hallen.

Die zeitliche Verzögerung „hatte jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf den Brandverlauf“, so Löhr. Die Wehrmänner mussten ihre Atemschutzmasken anlegen. Gefährliche Stoffe aber seien in den Hallen nicht gelagert worden, so der Einsatzleiter. Nach etwa eineinhalb Stunden war das Feuer unter Kontrolle. Immer wieder holte das Technische Hilfswerk (THW) mit Schaufelladern brennende Strohballen aus den Hallen heraus, löschte sie ab.

In der großen Halle standen landwirtschaftliche Maschinen, Traktoren und ein Mähdrescher, so der Einsatzleiter. „Die waren eher neu“, sagte Löhr, der Schaden geht in die Millionen, schätzte er. Er wäre vielleicht noch größer geworden. Aber ein benachbarter Landwirt habe in der Nacht noch geholfen, Maschinen aus den Hallen herauszuziehen.

Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Der Hagellocher Weg war zwischen dem Ortsausgang Tübingen und der Ebenhalde bis 9.45 Uhr für den Verkehr gesperrt. Zur Brandursache konnte die Polizei am Sonntag noch nichts sagen. Das Kriminalkommissariat Tübingen hat die Ermittlungen aufgenommen.


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23.10.2016 - 09:19 Uhr