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Volleyball: Chemiestudent ist gegen CV Mitteldeutschland gefordert

Pielmeier schüttelt Steinkes Schatten ab

Chemie-Student Markus Pielmeier von Volleyball-Erstligist EnBW TV Rottenburg erklärt vor dem Heimspiel am Samstag (20 Uhr) gegen Chemie Volley Mitteldeutschland, dass im neuen Rottenburger Team die Chemie stimmt – eine Vorschau wie im Reagenzglas.

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Thomas de Marco

Rottenburg. In der vergangenen Saison hatte der frisch von Generali Haching gekommene Diagonalangreifer nur wenig Spielzeit erhalten – hinter Topscorer Falko Steinke war von ihm nur wenig zu sehen. Das hat sich geändert: Derzeit ist Pielmeier (24) die Nummer eins auf der Diagonalposition – und entsprechend viel im Einsatz. „Einerseits ist es schön, mal viel zu spielen. Andrerseits ist es aber auch sehr anstrengend, vor allem neben dem Studium“, sagt der 21-fache Jugendnationalspieler, der momentan für Physikalische Chemie paukt. „Aber insgesamt überwiegt die Freude über meine Einsatzzeit.“

Im Anflug auf den Stammplatz: Markus Pielmeier (Nummer 13) ist derzeit bei den Rottenburger ... Im Anflug auf den Stammplatz: Markus Pielmeier (Nummer 13) ist derzeit bei den Rottenburger Volleyballern die Nummer eins als Diagonalangreifer.Bild: Metz

Dabei läuft mittlerweile bei den Rottenburgern aber längst nicht mehr so viel über den Diagonalangreifer wie vergangene Saison, als Steinke im schmetternden Dauereinsatz war. „Einerseits ist es für mich schon gut, wenn klar ist, dass der Ball zu mir kommt. Andererseits ist es aber auch ein Vorteil, wenn der Gegner auch auf andere Spieler bei uns aufpassen muss“, sagt Pielmeier, der zumeist auch erst weiß, wo der Ball hingeht, wenn das Spielgerät die Hände des Zuspielers verlassen hat.

Dabei profitiert er durchaus von Neuzugang Gergely Chowanski. „Das ist ein sehr guter Kauf gewesen, er gibt dem Team mehr Stabilität und Variabilität und führt das Team mit seiner Ruhe ganz anders als ein junger Zuspieler“, lobt Pielmeier den neuen Spielmacher.

Und wie steht es ansonsten um die Chemie im neuen Team des TVR, stimmt die? Da muss der Chemiestudent nicht lange nachdenken: „Klar! Die Mannschaft ist sehr harmonisch, wir treffen uns häufig auch nach dem Training und machen etwas zusammen oder helfen den Neuzugängen, wenn es um Internet-Zugang oder Ähnliches geht. Diese Harmonie ist ganz wichtig und die Grundlage dafür, dass jeder für den anderen kämpft.“

Mit diesem Teamgeist soll auf jeden Fall wieder der Einzug in die Playoff-Runde der besten acht Mannschaften geschafft werden. „Ich will mich dabei eher Richtung Platz sechs als Rang acht orientieren“, sagt Pielmeier. Vor allem aber möchte er seine Chance nutzen, sich in dieser Saison weiterzuentwickeln.

Das gelinge ihm auch, sagt Rottenburgs Manager Jörg Papenheim. „Gegen Berlin und auch in Gotha hat Pielmeier überzeugt. Er hat sich befreit vom Druck der vergangenen Saison, als er im Schatten von Steinke stand.“

Damals habe der Neuzugang die Erwartungen nicht erfüllt, erklärt Papenheim, „aber darüber haben wir geredet. Es geht jetzt eben mit Verspätung auf, dass Pielmeier sich bei uns entwickeln soll.“

Dass der 24-Jährige nun die erste Wahl als Diagonalangreifer ist, sei allerdings nicht Resultat einer Einkaufspanne bei der Zusammenstellung des Kaders, betont der Manager. Yassir Sliti, der für diese Position geholt wurde, befinde sich allerdings gerade im Tief, gibt Papenheim zu. „Er war in der Vorbereitung besser. Aber ich gehe fest davon aus, dass sich Sliti steigern wird. Auf jeden Fall haben wir einen großen Konkurrenzkampf im Training.“

Was die Konkurrenz in der Liga angeht, ob er sich über Gothas Sieg in Bottrop am Sonntag wundert oder wie stark er den CV Mitteldeutschland einschätzt, auf alle diese Fragen sagt Pielmeier nur: „Das ist mir egal, ich schaue nur auf uns. Wir wollen auf jeden Fall am Samstag unseren ersten Heimsieg einfahren.“ Er selbst wird alles dafür tun, dass daraus auch etwas wird. „Ich werde meinen Arm durchlaufen lassen“, kündigt der Chemiestudent eine schlagkräftige Reaktion auf dem Feld (und nicht im Reagenzglas) an.

Die Piraten sind auf Achterbahnkurs
Der Slogan auf der Homepage von Volleyball-Erstligist CV Mitteldeutschland klingt ambitioniert: „In der Region zu Hause. In Deutschland unterwegs. Europa im Blick.“ Dafür hat der Verein unter anderem Mittelblocker Jairo Hooi von Moers und Ex-Nationalspieler Eugen Bakumovski aus Istanbul verpflichtet. Doch bisher fahren die Piraten, die 2007 als VC Bad Dürrenberg-Spergau die Bundesliga geentert haben, eher Achterbahn: Der 1:3-Heimniederlage zum Auftakt gegen Königs Wusterhausen folgten ein überraschender 3:1-Erfolg beim Moerser SC sowie am Mittwoch die 0:3-Heimpleite gegen Düren mit einem desaströsen 9:25 im ersten Satz. Von diesem Schock erholte sich das Team nicht mehr. „Die Dürener habe gezeigt, dass sie eine Spitzenmannschaft sind. Aber so darf man sein Spiel nicht aus der Hand geben“, kritisierte CV-Trainer Matthias Münz, der sich auch nicht dadurch trösten ließ, dass sein Team danach mit 23:25 und 24:26 etwas zur Rettung der Ehre aufs Feld brachte.


14.10.2011 - 08:30 Uhr

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