Die Fußball-Bundesliga boomt, doch die zweite Liga bleibt laut DFL-Chef Christian Seifert "eine Baustelle". Nur 8 der 18 Klubs sind derzeit schuldenfrei.
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SID
Macht sich vehement für die zweite Liga stark: DFL-Chef Christian Seifert.
Frankfurt Zehn Zweitliga-Klubs schlagen sich mit Verbindlichkeiten herum. Bereits vor Beginn der laufenden Saison stand ein Minus von insgesamt 163,5 Millionen Euro zu Buche. Traditionsvereine wie beispielsweise 1860 München oder der Karlsruher SC stehen wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand.
Jetzt gibt es bei den nationalen Top-Klubs wie dem FC Bayern auch noch Bestrebungen, im Zuge der Ausschreibung der Medienrechte ab der Saison 2013/14 den prozentualen Anteil der zweiten Liga an den TV-Einnahmen herunterzufahren. Dagegen wehrt sich DFL-Chef Christian Seifert vehement: "Die zweite Liga hat für uns eine ganz besondere Bedeutung. Sie überstellt junge Spieler aus dem Nachwuchs- in den Profibereich. Davon hat zuletzt auch die Nationalmannschaft stark profitiert."
Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt zwischen den Zeilen deutlich gemacht, dass die Abgaben der Bundesliga an die zweite Liga zu einem internationalen Wettbewerbsnachteil führen. "In Italien, einem Land, das wirtschaftlich am Boden ist, kassieren die Klubs eine Milliarde - das ist drei Mal mehr als wir, weil wir ja von unseren 420 Millionen 90 an die Zweite Liga abführen." Offenbar will der Bayern-Vorstandschef nicht nur bis zu 800 Millionen Euro pro Jahr aus den TV-Erlösen, sondern auch der zweiten Liga in Zukunft prozentual einen geringeren Anteil zukommen lassen. Aktuell werden immerhin 20 Prozent der Einnahmen an das Unterhaus abgegeben. Nach Angaben von Seifert muss das auch in Zukunft so bleiben, sonst ist das derzeitige "Modell 2. Liga" aufgrund der finanziellen Probleme vieler Zweitligisten nicht länger aufrechtzuerhalten: "Man muss das so deutlich sagen: Die zweite Liga bleibt eine Baustelle." 18,9 Millionen Euro Schulden machten die 18 Zweitligisten in der Spielzeit 2010/11. Die Verbindlichkeiten sind um 28 Prozent auf insgesamt 163,5 Millionen Euro angestiegen.