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15 Jahre nach dem Karriereende nochmal Bundesliga

Volleyball-Rekordnationalspielerin Renate Riek-Bauer feiert 50. Geburtstag

Eigentlich hatte Renate Riek-Bauer ihre Karriere im Alter von 34 Jahren bereits beendet. Doch vergangenes Jahr lief die Volleyball-Rekordnationalspieler für Stuttgart nochmal in der Bundesliga auf - mit 49 Jahren.

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Artikelbild: Volleyball-Rekordnationalspielerin Renate Riek-Bauer feiert 50. Geburtstag Stets fröhlich und nie arrogant: Rekordnationalspielerin Renate Riek-Bauer kann nicht ohne Volleyball und ist auch mit fast 50 noch im Einsatz. Foto: dpa

Stuttgart Um 20.36 Uhr hält es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen. In der Halle des Stuttgarter Hegelgymnasiums bricht ein Jubelsturm los. Es ist der 14. März 2009, als die deutsche Rekord-Volleyballerin Renate Riek-Bauer noch einmal in der Bundesliga spielt. Für ihre Mannschaft Allianz Volley Stuttgart gegen den VC Wiesbaden - mit 49 Jahren. Das hatte es im Volleyball bis dahin nicht gegeben. "Ich habe von dem Drumherum nichts mitbekommen. Als ich eingewechselt wurde, war ich sofort wie eingeschaltet", erinnert sich die Zuspielerin. Am Donnerstag wird sie 50.

Mit außergewöhnlichen Bestmarken kennt sich die Schwäbin aus. 518 Länderspiele bestritt sie, so viele wie kein anderer Sportler in Deutschland. Dazu ist sie zwischen 1982 und 1991 mit dem SV Lohhof und dem CJD Feuerbach je dreimal deutsche Meisterin geworden. Ihr schönstes Erlebnis seien die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles gewesen, erzählt Riek-Bauer. Dort wurde sie mit dem Nationalteam Sechste. "Olympia ist für jeden etwas Besonderes, ein herausragendes Erlebnis in der Gemeinschaft des Sports."

Ihre größte Enttäuschung aber war die EM 1989, als die deutsche Mannschaft die Finalspiele verpasste - ausgerechnet in Riek-Bauers Heimatstadt Stuttgart.

Es war natürlich nicht geplant, dass die mit 1,70 Meter für eine Volleyballerin relativ kleine Frau im vergangenen Jahr noch einmal in der Bundesliga spielt. 1994 hatte sie ihre Karriere im Alter von 34 Jahren bereits beendet. Da arbeitete sie schon, wie auch heute noch, als Designerin bei Mercedes-Benz. Nebenher spielte sie noch für den MTV Stuttgart in der Regionalliga - zusammen mit einigen anderen Frauen jenseits der 30. Doch sie stiegen in die zweite Liga auf und der MTV beschloss eine Kooperation mit dem Ortsrivalen TSV Georgii Allianz. 2008 war der neue Club Allianz Volley Stuttgart ganz oben.

Riek-Bauer war das Aushängeschild, sie verlieh dem Projekt einen außergewöhnlichen Glanz. "Sie hat sportlich einen unglaublichen Wert für uns", sagte der damalige Trainer Alexander Waibl. "Aber im Marketing ist ihr Wert noch viel unglaublicher." Die Interviews und Fernseh-Auftritte des stets fröhlichen aber nie arroganten Lockenkopfs bescherten dem Club eine große Öffentlichkeit.

In der ersten Bundesliga-Saison war sie noch Standby-Profi und wurde gegen Wiesbaden eingewechselt, als die etatmäßige Zuspielerin ausfiel. Heute ist sie Co-Trainerin von Waibl-Nachfolger Jan Lindenmair. Dass sie so lange so fit geblieben ist, habe sie ihren Eltern zu verdanken, sagt die Ehefrau von Allianz-Volley-Manager Rüdiger Bauer. "Die haben mir eine gute Grundkonstitution mitgegeben."

Zu besonderen Leistungen ist die Dritte der Europameisterschaft von 1991 noch immer fähig. Sie darf sich zurzeit sogar deutsche Vize-Meisterin nennen, bei den Seniorinnen 1, der Altersklasse ab 32 Jahren. Dort spielt sie mit einigen "älteren Damen" des MTV Stuttgart und wurde vergangenes Jahr erst im Finale besiegt - vom ehemaligen Nationalteam der DDR. "Wir spielen einfach mit unserem Teamgeist und mit dem, was wir noch haben. Das ist toll. Wir leben sozusagen von unserem Restpotenzial", erklärt Riek-Bauer und lacht.

Volleyball sei aber nie das Einzige gewesen, was ihr wichtig ist. Die Zeit ihrer großen Erfolge vermisse sie nicht. "Das ist vorbei", sagt sie. Mit 50 wünscht sie sich einfach, beweglich zu bleiben. "In jeder Beziehung", sagt Riek-Bauer. "Und dabei hilft auch der Sport." dpa

09.03.2010 - 11:30 Uhr
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