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Und sie kommen doch immer wieder zurück

Viele Spieler können einfach nicht aufhören - auch wenn sie ihren Zenit überschritten haben

Sie waren mal Stars, die Karriere ist vorbei - das wars. Von wegen: Manche Sportler zerstören mit einem Comeback ihr eigenes Denkmal.

 
Artikelbild: Viele Spieler können einfach nicht aufhören - auch wenn sie ihren Zenit überschritten haben Ailton versucht nun sein Glück beim Fußball-Sechstligisten KFC Uerdingen. Für den brasilianischen Stürmer ist es der 18. Verein in 16 Jahren als Profi. Foto: dpa

Uerdingen Sie können es nicht lassen: Ailton war im Fußball mal Torschützenkönig der ersten Liga, mittlerweile spielt er nur noch in der sechsten. Evander Holyfield war fünfmal Weltmeister im Boxen, aber sein letzter Sieg ist schon zweieinhalb Jahre her. Und Rainer Schüttler stand 2003 im Finale der Australian Open. Jetzt ist er nur noch die Nummer 85 der Tennis-Welt.

Die drei Sportler haben eines gemeinsam: Sie sind verhältnismäßig alt, haben den Zenit ihrer Karriere längst überschritten, aber sie können oder wollen einfach nicht aufhören. Sportler wie sie setzen "den eigenen Ruf aufs Spiel", sagt der Sportwissenschaftler und langjährige Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Helmut Digel.

Dieses Phänomen ist im Sport weit verbreitet. Für das Hinauszögern des Karriereendes gibt es unterschiedliche Motive. Manche Athleten treibt die pure Lust an ihrem Sport. Andere verfolgen noch immer unerbittlich ein bestimmtes Ziel. Und nicht wenige brauchen vor allem das Geld.

Der 36 Jahre alte Ailton ist so ein Fall. Er hat zwar bei Werder Bremen, Schalke 04 oder Besiktas Istanbul Millionen verdient, aber das Geld rann ihm zeitweise wie in einer Sanduhr durch die Finger. Mal fiel er auf die falschen Freunde herein. Mal unterstützte er sein halbes Heimatdorf. Der Brasilianer hat in 16 Jahren für 18 verschiedene Vereine gespielt, um nicht aufhören zu müssen. Anfang Dezember unterschrieb er beim KFC Uerdingen in der Niederrheinliga.

Holyfield muss elf Kinder von fünf verschiedenen Frauen ernähren, seine Villa hat 109 Zimmer. So ein Leben kostet Geld. Zuletzt verlor er gegen Gegner wie Larry Donald, für die er sich früher nicht einmal warm gemacht hätte.

Rainer Schüttler, mit 33 Jahren ältester Profi auf der ATP-Tour, treibt etwas anderes an. Er will den einen oder anderen ärgern und der Spaß. "Das ist mittlerweile das Wichtigste", sagt Schüttler. dpa

31.12.2009 - 08:30 Uhr | geändert: 01.01.2010 - 07:45 Uhr
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