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Spiel und Stimmung kippen

VfB Stuttgart führt in Leverkusen lange, verliert am Ende aber 1:2

Stefan Kießling - wer sonst? Wie gewohnt hat Leverkusens Torjäger gegen den VfB getroffen: kurz vor Schluss zum 1:1. Und prompt siegte die Werkself 2:1 (0:1). Nicht nur deshalb sind die Stuttgarter bedient.

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BORIS SCHLEIFER UND DPA

Leverkusen Hängende Köpfe, gegenseitige Vorwürfe noch auf dem Rasen. Und ein Trainer, der zunächst als Trostspender gefragt war. Das zeigen die Bilder aus Leverkusen. Erst war das Spiel gekippt, dann die zuletzt so gute Stimmung.

Artikelbild: VfB Stuttgart führt in Leverkusen lange, verliert am Ende aber 1:2 Alle waren bedient beim VfB: Hier Vedad Ibisevic, Ibrahima Traoré, der sich sichtlich aufregt, Federico Macheda und der unglückliche Christian Molinaro. Foto: dpa

Die Stuttgarter hatten 82 Minuten lang 1:0 geführt durch den berechtigten Elfmeter (12.), den der gefoulte Vedad Ibisevic selber verwandelte. Doch dann gelang Leverkusen der Coup: Durch eine furiose Schlussoffensive und die Tore von Stefan Kießling (82./Handelfmeter) sowie Lars Bender (86.) ist Bayer 04 als Bundesliga-Tabellendritter dem direkten Einzug in die Champions League einen großen Schritt näher gekommen.

Selbst für den einst hartgesottenen Fußball-Profi Sami Hyypiä war das eine Tortur. "Die Tore kamen ein bisschen spät. Ich bin heute um fünf Jahre gealtert", sagte der Leverkusener Teamchef nach dem zähen wie turbulenten Ringen. Lange sah es aus, als würden sich die Gastgeber die Zähne an den schwäbischen Maurer-Meistern ausbeißen. "Wir haben 90 Minuten auf ein Tor gespielt und Stuttgart hat mit Maus und Mann am eigenen Strafraum gestanden", sagte Kießling. Deshalb war für ihn der Sieg "haushoch verdient". 65:35 Prozent Ballbesitz und 31:5 Torschüsse belegen es.

Der Nationalstürmer im Wartestand sorgte mit einem verwandelten Handelfmeter (82.) - es war sein 16. Saisontreffer - für das 1:1. Einmal mehr sah VfB-Verteidiger Cristian Molinaro nicht gut aus. Er hatte, aus Angst im Gesicht getroffen zu werden, die Hände vor den Kopf gehalten - und wehrte so den Ball ab. Dem Schiedsrichter bliebt keine andere Wahl, als auf den Punkt zu zeigen. Wenig später köpfte Bender den 2:1-Siegtreffer.

Groß war die Enttäuschung bei den Stuttgartern, dass in diesen letzten zehn Minuten das Erreichen eines Europacup-Platzes wieder in weite Ferne gerückt ist. Bei zwei Schüssen von Christian Gentner (50./56.) und gegen den allein auf ihn zulaufenden Gotoku Sakai (62.) bewahrte jedoch Torwart Bernd Leno den Werksklub gegen seinen ehemaligen Verein mehrfach vor einem weiteren Treffer, mit dem der VfB sonst die Führung hätte ausbauen können. Für Labbadias Team bleibt das 1:0 vor zwei Wochen in Hoffenheim damit der bisher einzige Bundesliga-Sieg des VfB in der Rückrunde. "Wir haben sehr leidenschaftlich verteidigt", urteilte Trainer Bruno Labbadia und begründete die exzessive Defensivtaktik mit der Vielfachbelastung: "Weil wir auf drei Hochzeiten tanzen, wollten wir es ökonomisch hinbekommen. Es ist sehr bitter." Auch Sportdirektor Fredi Bobic hatte trotz der Niederlage nur Lob für die Spieler parat: "Alle haben einen geilen Job gemacht. Es tut echt weh."

Mit Kräften haushalten können die Stuttgarter weder am Donnerstag im Europa-League-Achtelfinale gegen Rom (siehe auch Info-Box) noch am Sonntag, 17.30 Uhr, im Heimduell mit dem Hamburger SV, wo William Kvist (fünfte Gelbe Karte) fehlt. "Am liebsten wäre mir ein Remis und am schönsten wäre ein 1:0 oder 2:0", wünschte sich Flügelstürmer Martin Harnik vor der Partie gegen Lazio, "dann müssten wir im Rückspiel nur 0:0 spielen." Der Gedanke ans internationale Geschäft war am Samstagabend eine willkommene Ablenkung.

04.03.2013 - 08:30 Uhr

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