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"Sebastian hatte das Ding doch in der Tasche"

Vettel steuert einem Sieg entgegen, ehe ihn ein Defekt zurückwirft

Den offensichtlich souverän herausgefahrenen Sieg vor Augen, am Ende nicht mal auf dem Podium: Für Sebastian Vettel nahm der Bahrain-Grand-Prix einen enttäuschenden, ja ärgerlichen Verlauf.

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THOMAS GRUBER
Artikelbild: Vettel steuert einem Sieg entgegen, ehe ihn ein Defekt zurückwirft Die Technik spielte ihm einen Streich: Sebastian Vettel wurde nur Vierter. Foto: dpa

Manama 36 Grad Celsius Lufttemperatur beim Start zum Großen Preis von Bahrain hätten gar nicht sein müssen, der gesamte Tross war auch so heiß auf den Start in die Formel-1-Saison. Sebastian Vettel war hochmotiviert, zumal Startplatz eins, die sechste Pole-Position seiner jungen Karriere, dem Red-Bull-Piloten noch zusätzlich Rückenwind fürs Rennen verlieh.

Bis zur 35. Runde von insgesamt 49 Umrundungen auf dem 6,299 km Wüstenkurs hatte Vettel die Führung inne, zum Teil mit 3,5 Sekunden Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Fernando Alonso. Dann zogen innerhalb weniger Meter die beiden Ferrari-Piloten Alonso und Felipe Massa vorbei.

In der 38. Runde gelang Ex-Weltmeister Lewis Hamilton mit seinem McLaren ebenso ein tadelloses Überholmanöver. Vettel, Opfer eines technischen Problems, musste in seinem qietschbunten Dienstwagen tatenlos zusehen, wie er auf Rang vier durchgereicht wurde. Immerhin konnte er die Silberpfeile von Nico Rosberg und Michael Schumacher, auf die er zeitweise schon einen Vorsprung von über 25 Sekunden hatte, gerade so hinter sich halten.

"Wir waren bei allen Bedingungen übers Wochenende die Schnellsten, wir hatten die Kontrolle übers Rennen - alles lief in die richtige Richtung", schilderte Vettel seine Eindrücke aus dem Cockpit, "aber dann, so 15 oder 20 Runden vor Schluss wurde ich immer langsamer. Irgendein mechanisches Teil ist gebrochen", berichtete er tief enttäuscht. "Ich hätte heute gewinnen können", meinte er und seufzte tief: "Wenigstens sind mir zwölf wichtige Punkte geblieben, der vierte Platz war noch das Beste, was wir rausholen konnten."

Motoren-Chef-Ingenieur Fabrice Lom, zuständig für die Renault-Aggregate im Red-Bull-Fahrzeug, schüttelte mit dem Kopf. "Ein sehr enttäuschendes Ergebnis. Sebastian hatte das Ding doch schon in der Tasche." Nun werde man Ursachenforschung betreiben "und dann kommen wir noch stärker in Australien zurück." Dort wird in knapp zwei Wochen der zweite Grand Prix der Saison in Melbourne ausgetragen.

Teamchef Christian Horner hatte nach dem Studium der Rundenzeiten ausgemacht, dass der technische Defekt in der 33. Runde dem Red Bull die Flügel stutzte. "Dann haben wir einfach an Leistung verloren, Sebastian war gegen die Ferraris und Hamilton einfach machtlos", so Horner.

Eines hat der Saison-Auftakt freilich auch gezeigt: Die Red-Bull-Mannschaft hat den Winter über hervorragend gearbeitet. Nachdem bei den Boxenstopps nicht mehr getankt werden darf, sondern nur noch die Reifen gewechselt werden, sind die Schrauber noch mehr gefordert. Während sie bislang die Zeit nutzen konnten, die während des Tank-Vorgangs verstrich, kommt es nun besonders auf jeden Handgriff an. Der Reifen-Service an Vettels Wagen war mit 4,0 Sekunden der schnellste, ihm am nächsten kam Sieger Alonso mit 4,3 Sekunden.

Vettels Teamkollege Mark Webber, der als Achter über die Ziellinie gefahren war, wollte durch ein paar kernige Sprüche die trübe Stimmung vertreiben: "Wir haben doch letztes Jahr gezeigt, dass wir richtig kämpfen können. Die Saison ist noch sehr lange, ich jedenfalls freue mich jetzt schon auf Melbourne." Nachvollziehbar ist dies allemal, schließlich hat der Australier Webber dann ein Heimspiel.

15.03.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 15.03.2010 - 15:33 Uhr
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