25.01.2010 Drucken Empfehlen
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Zeit der schiefen Tabelle geht zu Ende

Stimmungsvoller Allstar-Tag in Bonn

In Bonn hat der Basketball wieder ein nettes Zuhause gefunden. Das Allstar-Spiel war launig, und eine neue BBL-Tabelle gibt es auch bald.

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THOMAS GOTTHARDT

Bonn Erst stand der Ernst im Vordergrund, dann der Spaß. Das vergangene Wochenende war das des deutschen Basketballs. Freitag und Samstagmorgen diskutierten in Bonn die Manager der 18 Bundesligisten über die Brandherde der Liga, abends kamen die von den Fans per Internet gewählten beliebtesten (nicht besten) Spieler zusammen, um im traditionellen Nord-Süd-Duell den Sieger zu küren.

Und tatsächlich gewannen die "Sterne des Südens", unter anderem mit den Ulmern Per Günther und Robin Benzing sowie dem Tübinger Aleksandar Nadjfeji in der Startformation, das erstmal seit fünf Jahren wieder gegen den Norden (102:92). Es war der dritte Erfolg des Südens im 19. Vergleich.

Die Basketball-Bundesliga (BBL) tat gut daran, nach zwei eher trüben "Familientagen" in der Mannheimer SAP-Arena das Allstar-Spiel in eine Stadt zu tragen, in der Basketball verwurzelt ist und eine Fanszene existiert. Jedenfalls war die Stimmung unter den 6000 Besuchern im ausverkauften Telekom-Dome prächtig, das Rahmenprogramm inklusive Dunking- und Dreipunktewettbewerb verlieh der Veranstaltung noch mehr Qualität.

An der Qualität der Liga arbeiten - zweifelsohne mit besten Absichten - auch die BBL-Verantwortlichen zusammen mit den Klubs. Manchmal jedoch kommt schlicht Murks dabei heraus. So wie bei dem seit Saisonbeginn geltenden neuen Wertungssystem (zwei Punkte für Sieg, ein Punkt für Niederlage).

Die Zeiten der "schiefen Tabelle" sind aber bald zu Ende, spätestens mit Beginn der neuen Runde. BBL-Geschäftsführer Jan Pommer räumte ein, dass die neue Tabelle verwirrend sei und den aktuellen Leistungsstand nicht akzeptabel abbilde. "Es wird auf jeden Fall eine neue Tabelle", versprach Pommer. Möglich sei eine Rückkehr zum alten Wertungssystem. Momentan würden mehrere Modelle gemeinsam mit dem Deutschen Basketball-Bund (DBB) diskutiert. Zuletzt hatten Fans, Klubs und Spieler den Schritt, die Zählweise des Weltverbandes Fiba zu übernehmen, scharf kritisiert. Wegen der ungleichen Anzahl von absolvierten Partien war es nach der neuen Vorgabe zu einem arg verzerrten Ranking gekommen. An einer Verbesserung des Spielplans insgesamt will die BBL ebenfalls arbeiten. Eine Bündelung von Doppelspieltagen (Freitag und Sonntag), wie zu Beginn dieser Saison, soll es nicht mehr geben, sagte Pommer.

Zufrieden zeigten sich die BBL-Verantwortlichen mit den Einschaltquoten beim DSF, das seit Oktober Spiele überträgt. In der Spitze sind es 200 000 Zuseher. Zudem dürfen die BBL-Klubs nach Saisonende möglicherweise mit etwas Geld rechnen. Nach dem Einstieg des Unternehmens Beko (Küchengeräte) als Namenssponsor, das dafür rund eine Million Euro an die Liga überweist, "droht" nach diesem Geschäftsjahr ein kleiner Gewinn. Ein Teil des Überschusses will die BBL dafür aufwenden, das eigene Image aufzupolieren.

25.01.2010 - 08:30 Uhr

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