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US-Frauenfußball rutscht in tiefe Krise

Profiliga abgesagt - Naeher zurück in Potsdam

Nach der Olympia-Qualifikation der US-Frauen kam der Schock. Die Soccer-Liga WPS streicht die Saison. Grund sind ein Rechtsstreit und weitere Probleme.

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DPA

Boston Der Freude über die Olympia-Qualifikation folgte der Frust. Mit einer Mischung aus Unverständnis und Wehmut haben die Fußball-Nationalspielerinnen der USA auf die Absage der neuen Saison in der Profiliga WPS reagiert.

Alex Morgan sprach von einem "traurigen Tag", die beliebte Hope Solo fand die Nachricht "sehr bitter und schade". Der Deutsche Meister Turbine Potsdam reagierte schnell und holte als Ersatz für die verletzte Anna Sarholz Torhüterin Alyssa Naeher von den Boston Breakers zurück. Die Amerikanerin war erst im Dezember in die USA gewechselt.

Am Montag hatte die WPS mitgeteilt, die kommende Spielzeit wegen gravierender Rechtsstreitigkeiten mit einem ehemaligen Teambesitzer abzusagen. 2013, so hieß es weiter, wolle man zurückkommen. Doch das scheint eher Wunschdenken als Wirklichkeit zu sein.

Die 2009 gegründete WPS ist nach ihrem Vorgänger WUSA bereits die zweite Frauen-Profiliga, die ihren Spielbetrieb nach nur drei Jahren einstellt. Dabei war der Hype um Abby Wambach und Hope Solo nach Platz zwei bei der WM im vergangenen Sommer so groß wie seit dem Titelgewinn 1999 im eigenen Land nicht mehr. Doch die Hysterie um die US-Girls täuschte über die Probleme in der WPS hinweg.

Zu Beginn waren noch sieben Teams übers ganze Land verteilt, zuletzt nur noch fünf Mannschaften an der Ostküste übrig geblieben. Die WPS bot zwar große Namen, schrieb aber trotzdem rote Zahlen.

Hinzu kommt der andauernde Gerichtsstreit mit Dan Borislow. Der 50-jährige Multi-Millionär hatte im Sommer Washington Freedom erworben, nach Boca Raton (Florida) umgesiedelt und ihm den Namen magicJack gegeben - benannt nach dem von ihm erfundenen USB-Adapter. Früh gab es Kritik an der Vereinsführung von Borislow, der schlecht über Sponsoren, andere Team-Besitzer und die Liga redete.

WPS-Geschäftsführerin Jennifer OSullivan betonte, dass man sich entschlossen habe, lieber die Saison auszusetzen als weiterhin mit Borislow zu kooperieren. Sie hob hervor, dass sich alle Profis sofort neue Teams suchen können. Noch ist allerdings unklar, ob die Nationalspielerinnen in Vorbereitung auf den angestrebten Gold-Hattrick bei den Sommerspielen in London ins Ausland wechseln, in einer unteren heimischen Liga spielen oder vermehrt Trainingslager und Testspiele absolvieren.

02.02.2012 - 08:30 Uhr

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