Philipp Lahm verzog keine Miene, der Name Michael Ballack kam ihm nicht über die Lippen. "Es geht nicht um enttäuscht oder nicht enttäuscht. Die Entscheidung muss man akzeptieren und ich werde sie akzeptieren. Das lernt man als Fußballer schon von Kindesbeinen an", kommentierte der WM-Kapitän gestern die Entscheidung von Bundestrainer Joachim Löw in der K-Frage bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zugunsten des Routiniers Ballack.
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Der 26-jährige Philipp Lahm nimmt seine "Degradierung" gelassen hin.
Brüssel "Jetzt geht es für mich darum, die Mannschaft in den ersten beiden Spielen wieder als Kapitän zu führen. Das ist eine große Ehre für mich. Ich freue mich darauf, denn ich gehöre mit mehr als 70 Länderspielen mit Sicherheit zu den Spielern, die Verantwortung übernehmen", sagte Lahm nach der Ankunft der DFB-Auswahl in Brüssel, wo der WM-Dritte heute gegen Belgien in die EM-Qualifikation startet.
Dass sich der 71-malige Nationalspieler, der in Südafrika die Kapitänsbinde auch für die kommenden Jahre für sich reklamiert hatte, trotz der offiziellen Degradierung zum Vize-Kapitän für die Zukunft im Vorteil sieht, war aber zwischen den Zeilen zu lesen. "Unser primäres Ziel ist es, uns frühzeitig für die EM in Polen und der Ukraine zu qualifizieren. Zugleich wollen wir aber unsere Leistung bei der WM bestätigen und unseren in Südafrika gezeigten Spielstil weiter verbessern", sagte er und machte damit indirekt deutlich, dass ein Michael Ballack derzeit in der DFB-Auswahl nicht gebraucht wird.
Löw hatte am Mittwoch entschieden, dass Ballack DFB-Kapitän bleibt. Allerdings gilt das nur für den Fall, dass der 33-Jährige auch wieder von Löw für Länderspiele nominiert wird. Solange das nicht passiert, bleibt Lahm Kapitän. Gegen Belgien und vier Tage später in Köln gegen Aserbaidschan (20.45/ARD) wurde der Leverkusener Ballack wegen mangelnder Fitness noch nicht in das Aufgebot bestellt. sid.