15.03.2010 Drucken Empfehlen
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Kießling macht den Unterschied

Leverkusener 4:2 gegen Hamburger SV

Das Trio an der Liga-Spitze setzt sich immer mehr ab. Nach Leverkusens 4:2 (1:1) gestern im Top-Duell gegen den HSV liegen acht Punkte zwischen dem Dritten Bayer 04 und dem neuen Vierten Dortmund.

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Artikelbild: Leverkusener 4:2 gegen Hamburger SV Ein Tänzchen der Leverkusener Torschützen: Eren Derdiyok (links) und Stefan Kießling (zwei Treffer) feiern den 4:2-Erfolg gegen den Hamburger SV. Foto: dpa

Leverkusen/Sinsheim Herbstmeister Leverkusen hat eine alte Rechnung mit Ex-Trainer Bruno Labbadia beglichen und sich eindrucksvoll im Titelrennen der Fußball-Bundesliga zurückgemeldet. Neun Monate nach dem Zerwürfnis feierte Bayer 04 bei Labbadias Rückkehr mit dem Hamburger SV einen 4:2 (1:1)-Sieg und lieferte phasenweise eine Gala-Vorstellung ab.

Mit dem ersten Erfolg nach zuvor drei Spielen hat die Werkself damit das Krisengerede beendet. Sie liegt weiter drei Punkte hinter Bayern München und sicherte Platz drei, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigt, nach hinten ab. Der Vorsprung zum neuen Liga-Vierten Dortmund beträgt bereits acht, zum HSV jetzt zehn Punkte.

Vor 30 200 Fans in der ausverkauften Arena machten Stefan Kießling mit seinen Saisontreffern Nummer 15 und 16 (22./62.) sowie Eren Derdiyok (55.) und Gonzalo Castro (84.) den Sieg perfekt. Für den HSV trafen Ze Roberto (33.) und David Rozehnal (83.). Kießling führt die Torjägerliste damit wieder allein an.

In dem hochklassigen Spiel setzten beide Teams auf Offensive. Die erste Chance hatten die Hamburger. Nach einem Traumpass von Eljero Elia war Mladen Petric frei durch, lupfte den Ball aber nicht nur über Adler, sondern auch knapp neben das Tor (11.). In der Folge erarbeiteten sich die Gäste ein Übergewicht und überzeugten mit einigen Ballstafetten wie in der 21. Minute, als David Jarolim nach Traumkombination über Marcell Jansen, Eljero Elia und Ruud van Nistelrooy scheiterte. Doch an der HSV-Abwehr hakt es nach wie vor. So hebelte Tranquillo Barnetta mit einem Pass die Hintermannschaft aus und bediente Kießling, der Rost keine Chance ließ. Im Anschluss ans Führungstor entwickelte sich die beste Leverkusener Phase mit weiteren Chancen von Renato Augusto (27.) und Arturo Vidal (29.).

So bedurfte es schon Leverkusener Mithilfe, um den HSV wieder ins Spiel zu bringen. Nach einem langen Ball von Joris Mathijsen behinderten sich Nationaltorhüter Rene Adler und Sami Hyypiä gegenseitig. Nutznießer war Ze Roberto, der per Heber das 1:1 erzielte (33.).

Nach der Pause waren es die Leverkusener, die das Spiel an sich rissen und prompt zum 2:1 kamen. Nach langem Ball von Daniel Schwaab war Derdiyok per Kopf zur Stelle. Dann erhöhte Sturmpartner Kießling ebenfalls mit Kopfball, nachdem sich Renato Augusto auf der Außenbahn durchgesetzt hatte.

Feiern durfte gestern Abend auch ein Bremer: Stürmer Claudio Pizarro entschied mit seinem 57. Treffer im 100. Spiel für Werder Bremen das Gastspiel bei 1899 Hoffenheim mit 1:0 (0:0). Der Peruaner erzielte mit einem Kunstschuss das Tor des Tages (80.) zum 1:0 (0:0) des DFB-Pokalsiegers bei 1899 Hoffenheim und verschärfte zugleich die Krise bei den Kraichgauern. "Heute hat man wieder gesehen, warum wir uns vor der Saison so für ihn eingesetzt haben. Er kann in so einem Spiel entscheidend sein", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. In der Tat: 21 Pflichtspieltore, elf davon in der Liga, erzielte Pizarro in dieser Saison. Gestern überwand er Torhüter Timo Hildebrand mit elegantem Heber. "Der Sieg war wichtig, weil wir jetzt wieder nach oben schauen können", sagte der 31-Jährige.

Dagegen hat bei Hoffenheim auch das Krisengespräch zwischen Mäzen Dietmar Hopp und Trainer Ralf Rangnick am Freitag keine Besserung gebracht. Der Herbstmeister der Vorsaison, der lediglich eines der zurückliegenden acht Heimspiele gewinnen konnte, holte nur sieben Punkte in der Rückrunde und ist auf den elften Platz abgerutscht. Das 0:1 gegen Bremen war die zweite Heimniederlage in Folge nach der gegen Mainz 05 (0:1). Trotz der Krise will Rangnick seinen bis 2011 laufenden Vertrag erfüllen, über eine Verlängerung des Kontraktes soll aber erst im Sommer gesprochen werden. Trainer-Kommentar: "Es ist extrem bitter für die Jungs, wenn man sieht, was sie für einen Aufwand betrieben haben. Wir tun uns im Moment aber schwer mit dem Toreschießen." sid/dpa

15.03.2010 - 08:30 Uhr
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