Finanziell ist Fußball-Viertligist Holstein Kiel schon jetzt der große Pokalsieger. Heute kommt zum Viertelfinale Borussia Dortmund.
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SID/DPA
Der Rasen im Kieler Stadion wird für den Pokal-Hit vorgewärmt. Foto: dpa
Kiel Die 11 500 Eintrittskarten waren binnen 13 Minuten vergriffen, die Ticketpreise auf dem Schwarzmarkt kletterten auf bis zu 3000 Euro - zumindest für einen historischen Pokalabend schaut Fußball-Deutschland auf die Handball-Metropole Kiel. Das Gastspiel des deutschen Meisters und Bundesliga-Tabellenführers Borussia Dortmund im Viertelfinale heute Abend (20.30 Uhr/ARD) beim viertklassigen Pokalschreck Holstein Kiel sprengt alle Dimensionen.
"Wir hätten bestimmt 40 000 Tickets verkaufen können. Aber auch so ist dieses Spiel ein gigantisches Ereignis für uns", kommentiert Holstein-Sportchef Andreas Bornemann den immensen Publikumszuspruch. Um die Hoffnung auf eine Mini-Chance gegen den haushohen Favoriten zu wahren, hat der erst zweite Viertligist, der das Viertelfinale im DFB-Pokal erreichte, alles darangesetzt, sein Heimspiel im Holstein- Stadion bestreiten zu können. Weil der Platz keine Rasenheizung hat, wurde für rund 100 000 Euro ein 8000 Quadratmeter großes Klima-Zelt aus England ausgeliehen, das den gerade frisch verlegten Rasen vor der Eiseskälte schützt.
Finanziell ist man an der Förde schon vor dem Anpfiff der große Pokalsieger. Zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro werden auf die Holstein-Konten fließen, Einnahmen, die norddeutsch-kühl verplant und nicht nach dem Gießkannenprinzip ausgegeben werden sollen. "Keiner wird da bei uns die Bodenhaftung verlieren", verspricht der Geschäftsführer und ehemalige Handball-Nationalspieler Wolfgang Schwenke.
Die Dortmunder indessen wollen sich nach 14 Bundesliga-Spielen in Serie ohne Niederlage im hohen Norden nicht aufs Glatteis führen lassen. "Wir haben Großes vor - nicht nur in der Meisterschaft", sagte Mats Hummels. "Wichtig ist, dass wir in Führung gehen. Wenn nicht, könnte es schwierig werden", so der Nationalspieler.