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Kommentar

Kein Promi-Bonus

Verurteilt und arbeitslos. Wer sich mit solchen Tiefpunkten in seiner Vita aktuell auseinandersetzen muss, der hat zumeist keinen einfachen Weg vor sich.

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THOMAS GRUBER

Formel-1-Pilot Adrian Sutil steht vor einem solchen Gang.

Man stelle sich die Situation vor: In einer Disco verletzt ein Gast einen anderen mit einem Champagnerglas derart nahe an der Halsschlagader, dass demjenigen eine neun Zentimeter lange Narbe bleibt. Dass der angreifende Täter vom Gericht eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten erhält, ist ein nachvollziehbares Strafmaß. Auch wenn es für Adrian Sutil hart klingen mag, die Strafe wirkt gerecht - einen Prominenten-Bonus gab es nicht. Die Höhe der 200 000-Euro-Geldstrafe ist gemessen am Jahreseinkommen von rund einer Dreiviertel Million Euro auch durchaus im Rahmen.

Wer den begabten Konzertpianisten erlebt, kann allerdings kaum nachvollziehen, warum es so weit kommen musste. Der als eloquenter Schöngeist auftretende ehemalige Force-India-Pilot wäre gut beraten gewesen, die leidige Disco-Affäre mit Eric Lux, dem Teilhaber des heutigen Lotus-Rennstalls, außergerichtlich beizulegen. So steht der durchaus talentierte Sutil mit 29 Jahren wohl vor den Trümmern seiner Formel-1-Karriere. Verurteilt und arbeitslos.

01.02.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 01.02.2012 - 08:37 Uhr

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