Mit dem Start in das Restprogramm wird es auch in der Zweiten Fußball-Bundesliga ernst. Die kommenden 15 Spieltage entscheiden über den Triumph im Aufstiegskampf und über die Tristesse im Keller.
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SID
Unter dem neuen Trainer Jörn Andersen ging es mit dem Karlsruher SC nicht gerade bergauf. Zuletzt gab es fünf Niederlagen. Foto: Eibner
München Nur noch 1350 Minuten bis zum Aufstieg: Angeführt von Klassen-Primus Fortuna Düsseldorf rangeln sich von diesem Wochenende an gleich fünf Zweitliga-Teams um den ersehnten Sprung ins Fußball-Oberhaus.
"Auf uns warten 15 schwere Aufgaben. Jetzt kommt es darauf an, dass wir wieder direkt voll da sind", betonte Düsseldorfs Coach Norbert Meier vor dem Start beim FC Ingolstadt. Auf Ausrutscher des Spitzenreiters im Aufstiegsrennen hoffen die SpVgg Greuther Fürth, die Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt und der FC St. Pauli sowie das Überraschungsteam des SC Paderborn. "In Ingolstadt bekommen wir sicher nichts geschenkt", mahnte Meier, der mit seiner Vertragsverlängerung bis 2014 bei den Rheinländern ein wichtiges Zeichen setzte.
Seinen Schwung aus dem Vorjahr will Fürth zum Auftakt am heutigen Freitag bei Dynamo Dresden mitnehmen. "Man spürt, dass sich alle unserem großen Ziel verschrieben haben", sagte Trainer Mike Büskens. Für das Ziel Bundesliga haben die "Unaufsteigbaren" in der Winterpause noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen: Mit Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah gelang die spektakulärste Neuverpflichtung im Unterhaus. "Mit Gerald haben wir einen Spieler, der schon eine WM gespielt hat. Er ist absolut druckresistent, wenn es darum geht, unsere Position zu verteidigen", erklärte Büskens. Leichten Rückstand auf die beiden Aufstiegsplätze haben die Bundesliga-Absteiger aus Frankfurt und Hamburg. Bei den Hessen verabschiedete sich in der Winterpause Theofanis Gekas, dem Trainer Armin Veh wiederholt mangelnde Einsatzbereitschaft vorgeworfen hatte. "Wenn ich einen Spieler immer wieder zum Jagen tragen muss, macht das wenig Sinn."
Oben darf gehofft werden, im Tabellenkeller ist dagegen Zittern angesagt. Trainer Jörn Andersen ist mit Schlusslicht Karlsruher SC im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue fast schon zum Siegen verdammt. Aber die Zeichen stehen nicht gerade günstig. Die Badener gleichen weiterhin einer Baustelle. Mit den Verpflichtungen von Linksverteidiger Ilias Charalambous und Mittelfeldspieler Boubacar Fofana setzte der Tabellenletzte zwar seinen großen Umbruch der Winterpause fort. Prompt gab es jedoch Blamage mit einer 2:5 (0:3)-Niederlage im Testspiel gegen den Drittligisten SV Darmstadt 98. "Alles in allem war das sehr enttäuschend", schimpfte Trainer Jörn Andersen. "Einige Spieler müssen sich fragen, ob sie überhaupt noch Zweitliga-Niveau haben und ob sie es überhaupt noch verdient haben, bei Karlsruhe zu spielen." Der KSC, der mit 43 Gegentoren die schwächste Defensive der Liga stellt, kassierte unter Jörn Andersen fünf Niederlagen in Folge.
Der erste Spieltag des neuen Jahres hat auch gleich das erste "Risikospiel". Die Anhänger von Hansa Rostock stehen für das Auswärtsspiel am Sonntag beim VfL Bochum unter strenger Beobachtung. Für die in dieser Saison schon mehrfach negativ aufgefallenen Gäste-Fans gelten unter anderem ein Alkoholverbot und verschärfte Personalkontrollen an den Stadioneingängen. Zudem dürfen nur personalisierte Tickets verkauft werden.