Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart ist bei seiner Suche nach einem klassischen Torjäger fündig geworden. Aus Hoffenheim kommt Vedad Ibisevic (27).
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SID
Vedad Ibisevic trägt zukünftig das Trikot des VfB Stuttgart. Foto: dpa
Stuttgart Es war die Hinrunde der Fußball-Saison 2008/09, als Vedad Ibisevic auf den Spuren von Gerd Müller wandelte. Mit 18 Toren in 17 Spielen hatte der Bosnier großen Anteil daran, dass Aufsteiger 1899 Hoffenheim überraschend Herbstmeister wurde. Dann kam das Testspiel am 14. Januar 2009, in dem sich Ibisevic das Kreuzband im rechten Knie riss. Hoffenheim stürzte ab und Ibisevic kam bis heute nicht an die Ausnahmeform jener Tage heran. Jetzt wagt er einen Neuanfang - ausgerechnet beim VfB Stuttgart.
Zahlreiche Spieler wechselten bislang von der Landeshauptstadt in den Kraichgau. Mit Ibisevic geht nun erstmals ein gestandener Kicker den umgekehrten Weg. Gestern unterschrieb der 27-Jährige am Neckar einen Viereinhalbjahresvertrag bis 2016, geschätzte 5,5 Millionen Euro haben sich die diesmal gar nicht so sparsamen Schwaben den Transfer kosten lassen.
"Die Zeit in Hoffenheim ist mir zu lang geworden. Ich habe gefühlt, dass ich noch viel mehr vorhabe. Der VfB ist ein großer Verein mit enormem Potenzial. Ich will dazu beitragen, dass wir uns mittelfristig wieder nach oben orientieren können", sagte Ibisevic gestern vor seinem ersten Training mit den neuen Kollegen. Dort traf er auf seine künftigen Konkurrenten: Den gerade als Kapitän abgesetzten Cacau, den von Trainer Bruno Labbadia für seine mangelnde Arbeitsauffassung kritisierten Julian Schieber und Pawel Pogrebnyak, den der Verein gern verkaufen würde. Angesichts der Lage im VfB-Sturm scheint der Zukauf Ibisevics alles andere als wirr. VfB-Sportdirektor Fredi Bobic nannte den Neuen, der schon gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntag debütieren dürfte, einen "klassischen Torjäger" - und so einer habe dem VfB gefehlt.
Auch ein Spielmacher fehlt Stuttgart, zumal Tamas Hajnal in seiner Form arge Schwankungen aufweist. Deshalb könnte Ibisevic im Sommer Sejad Salihovic aus Hoffenheim folgen. "Ich werde hier aber auch ohne Sali klarkommen", sagte Ibisevic. Denn, das betonte er mehrfach, er wollte "unbedingt" nach Stuttgart. Warum, das machte er mit einigen Seitenhieben klar. Was denn die Fans beider Lager unterscheide, wurde er gefragt. "Die Fans hier haben Tradition", sagte er, deshalb freue er sich "sehr auf die besondere Atmosphäre" in der Arena.
In Hoffenheim läuft derweil die Suche nach einem Nachfolger. Als Kandidat gilt der Wolfsburger Srdjan Lakic, mit dem auch der VfB verhandelt hat.