Die deutschen Hockey-Herren haben zwar das WM-Finale mit 1:2 (0:1) gegen Australien verloren, die Perspektiven für das Weise-Team aber sind gut.
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Australischer Jubel - deutsche Tristesse am Ende des WM-Finales. Foto: AP
Neu-Delhi Silberne WM-Plaketten am Hals, "goldene" Aussichten im Gepäck: Als Deutschlands Hockey-Asse nach der gemeinsamen Feiernacht mit dem neuen Weltmeister Australien gestern hundemüde den Flieger in die Heimat bestiegen, war der Frust über den verpassten WM-Hattrick längst dem Wissen über die glänzenden Perspektiven gewichen.
"Natürlich sind wir superenttäuscht. Aber wir haben mit dem jüngsten aller Teams ein tolles Turnier gespielt. Wenn die Mannschaft dies erkennt, haben wir eine tolle Zukunft vor uns", betonte Kapitän Max Müller. "Absolut stolz" trotz des knappen 1:2 im Finale von Neu Delhi war auch Bundestrainer Markus Weise auf seine Jungstars. Der nach dem Olympiasieg 2008 eingeleitete Umbruch scheint geglückt und die erneute Gold-Mission für London 2012 realistisch.
Daher stand im Teamhotel trotz der ersten WM-Niederlage der Herren seit dem 27. Februar 2002 im Beisein von Freunden und Botschafts-Angehörigen auch kein Frusttrinken an. Im Gegenteil: Weise, Müller & Co. trugen gut gelaunt von den Gastgebern überreichte Turbane mit Deutschland-Fähnchen zur Schau, der Hotel-DJ gab Zugaben, als einige Asse auf dem Tresen tanzten. Später mischten sie sich ein paar Etagen höher unter die "Aussies", von denen manch einer nach der geglückten Revanche für die deutschen WM-Endspielsiege 2002 (2:1) und 2006 (4:3) das Duschen vergessen hatte.
Durch die Niederlage blieb das noch nie von einem Herren-Team in der WM-Geschichte (seit 1971) geschaffte Titel-Triple auch für die Deutschen unerreicht. "Natürlich: Die erste Enttäuschung war riesig", gab Benjamin Weß zu, der wie einige Mitspieler auf dem Feld hemmungslos drauflos geheult hatte. Nach Moritz Fürstes 1:1 (47.) gab es Chancen zum Sieg, doch die favorisierten Australier waren einen Tick cleverer und holten dank Eddy Ockenden (6.) und Luke Doerner (62.) den ersten WM-Titel seit 1986.
Doch die Zukunft dürfte den im Schnitt 23 Jahre alten Deutschen gehören. Mit zweiten Rängen bei der WM sowie bei der Champions Trophy und der EM 2009 gab der mit neun Olympiasiegern von 2008 und ebenso vielen Top-Talenten gespickte Kader zum dritten Mal in kurzer Zeit im Konzert der weltbesten Teams mit den Ton an. dpa