Radprofi Contador steht nach der Verurteilung des Cas vor den Trümmern seiner Karriere. Der Spanier verlor das Gelbe Trikot von 2010, das Rosa Trikot von 2011 - auch dürfte er noch zur Kasse gebeten werden.
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DPA
Als Dopingsünder gebrandmarkt: Alberto Contador, hier beim Tour-Sieg.
Lausanne Schlimmer hätte es für Alberto Contador nicht kommen können: Zwei Jahre Sperre, Tour- und Giro-Sieg weg, und die Drohung einer Geldstrafe von mindestens 2,4 Millionen Euro. Auch der Tour-de-France-Veranstalter ASO könnte auf Rückerstattung der gezahlten Preisgelder für 2010 pochen. Contador, der vom 5. August an wieder fahren darf, muss bluten.
18 Monate nach der Doping-Kontrolle, die bei Contador positive Clenbuterol-Befunde erbrachte, sprach der Internationale Sportgerichtshof Cas endlich sein Urteil. In seiner Heimatstadt in Pinto erfuhr Contador im Beisein seiner Familie und der Anwälte von dem vernichtenden Verdikt. Erst heute oder morgen will er an die Öffentlichkeit treten. "Er reagierte ruhig, aber verärgert", berichtete der spanische Verbandspräsident Juan Carlos Castano von einem Telefonat mit dem bestraften Profi.
Contador wurden zudem sämtliche Erfolge seit dem 21. Juli 2010 aberkannt. Dazu zählen vor allem dessen dritter Sieg bei der Tour de France 2010 und sein zweiter Erfolg beim Giro dItalia 2011. Als erstem Tour-Sieger war dem US-Profi Floyd Landis 2006 das Gelbe Trikot wieder abgenommen worden.
Das dreiköpfige Richter-Gremium des Cas entsprach dem Einspruch des Weltverbandes UCI und der Welt-Anti-Doping-Behörde Wada. Die höchste sportgerichtliche Instanz hob den Freispruch des Königlich Spanischen Verbandes RFEC vom Februar 2011, der Contadors Version vom "verunreinigten Steak" gefolgt war, wieder auf. Es hätte keinen Beweis für eine Fleisch-Kontamination gegeben, hieß es in der Urteilsbegründung.
Dem 29-Jährigen bliebe jetzt noch die Chance, vor ein ordentliches Gericht zu ziehen. Nach Angaben des Cas-Generalsekretärs Matthieu Reeb hat er dafür eine Frist von 30 Tagen: "Ein solcher Einspruch hätte für die Sperre aber keine aufschiebende Wirkung, sofern das Schweizer Gericht keine andere Entscheidung trifft."
Auch Olympia kommt für Contador, der bereits 2006 mit dem mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes in Verbindung gebracht worden war, zu früh: Das Straßenrennen in London beginnt am 28. Juli, das Zeitfahren am 1. August. Erst die Vuelta ab dem 18. August könnte das nächste größere Ziel für den Kapitän des Saxo-Bank-Teams sein. "Das ist ein trauriger Tag für unseren Sport. Manche werden von einem Sieg reden, aber das ist nicht der Fall. Es gibt beim Thema Doping keine Gewinner", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid.
Durch die Streichung der großen Contador-Erfolge nach dem 21. Juli 2010 können jetzt der Luxemburger Andy Schleck (Tourzweiter 2010) und der Italiener Michele Scarponi (Giro-Zweiter 2011) auf ein Aufrücken hoffen. Schleck konnte sich nicht richtig freuen: "Es gibt keinen Grund, glücklich zu sein. Alberto tut mir leid. Das einzig Positive: 566 Tage Ungewissheit sind vorbei."