15.03.2010 Drucken Empfehlen
[X]
 per eMail empfehlen


   

Drei Medaillen in Doha

Hallen-WM: "Stabis" Mohr und Straub mit Silber und Bronze

Mit dem Schwung der Berliner Heim-WM haben die deutschen Leichtathleten ihre Durststrecke unterm Dach beendet. Das nur 17-köpfige Team überzeugte bei der Hallen-WM in Doha - auch ohne Titel.

Anzeige


 
Artikelbild: Hallen-WM: "Stabis" Mohr und Straub mit Silber und Bronze Stabhochsprung-Strahlemänner: Weltmeister Steven Hooker, Malte Mohr (li.), Bronze-Gewinner Alexander Straub.Foto: apn

Doha Die Grande Dame des Kugelstoßens, Nadine Kleinert aus Magdeburg, konnte gestern zum Abschluss der Hallen-WM im gigantischen Aspire Dome von Doha/Katar die Bilanz von drei Medaillen für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nicht weiter aufpolieren. Innerhalb einer Viertelstunde hatten ihre Teamkollegen am Samstag gleich dreimal Edelmetall erobert: Stabhochsprung-Hoffnung Malte Mohr (München) sicherte sich Silber, dazu kamen Bronze für seinen Disziplinkollegen Alexander Straub (LG Filstal) und Kugelstoßer Ralf Bartels (Neubrandenburg).

Artikelbild: Hallen-WM: "Stabis" Mohr und Straub mit Silber und Bronze Noch ein WM-Flop: Die Russin Jelena Issinbajewa wurde nur Vierte. Foto: dpa

Einen bösen Absturz am Schlusstag erlebte erneut Jelena Issinbajewa. Die Stabhochsprung-Olympiasiegerin und dreimalige Hallen-Weltmeisterin scheiterte dreimal an 4,75 Meter und musste sich mit 4,60 Meter und Platz vier begnügen. Bei der Freiluft-WM im August 2009 in Berlin hatte die Russin bereits einen "Salto nullo" hingelegt. Das wollte sie in Doha vergessen machen und hatte sogar angekündigt, ihren eigenen Weltrekord (5,00) anzugreifen. Doch am Ende musste Issinbajewa zusehen, wie Fabiana Murer mit 4,80 als erste Brasilianerin Hallen- Weltmeisterin wurde. Die deutschen Stab-Artisten Mohr und Straub sprangen hingegen hoch hinaus. "Das lief ja optimal. Schon am ersten Entscheidungstag haben wir unsere Bilanz von 2008 um 300 Prozent übertroffen", sagte DLV- Präsident Clemens Prokop in Anspielung auf die "Nullnummer" vor zwei Jahren in Valencia. Der bisher letzte deutsche Hallen-Weltmeister in einer olympischen Disziplin bleibt aber Mohrs Trainingspartner Tim Lobinger, der 2003 Gold geholt hatte. "Die jungen Athleten haben überzeugt", sagte Prokop. "Das macht uns Mut für die Olympischen Spiele 2012."

Auch Routinier Bartels erwies sich wieder einmal als zuverlässiger Medaillenlieferant. Der 32 Jahre alte Europameister stieß in einem hochklassigen Finale mit 21,44 Meter Bestweite. "Das wird immer verrückter. Jetzt holst du mit 21 Metern gar nichts mehr. Ich bin erstaunt, dass ich auf diesem hohen Niveau mithalten kann. Vielleicht ist es bei mir wie mit Wein: Je älter, desto besser", meinte der Neubrandenburger. Gold sicherte sich wie schon 2004 und 2008 der Amerikaner Christian Cantwell mit 21,83 Metern.

Die deutschen "Stabis" schwangen sich wenig später zur erfolgreichen Double-Mission auf: Mit starken 5,70 Metern gewann der 23-jährige Mohr Silber, der Bad Überkinger Straub, 26, wurde Dritter mit 5,65. Gold ging an Freiluft-Weltmeister Steven Hooker (Australien), der 6,01 überquerte. Dann versuchte er sich dreimal an 6,16 Meter - Sergej Bubkas 17 Jahre alter Hallen-Weltrekord (6,15) hat aber weiter Bestand.

Ein Jahr nach seinem EM-Titel von Turin holte sich der ehemalige Dopingsünder Dwain Chambers auch sein erstes WM-Gold in der Halle: Der 31 Jahre alte Brite siegte über 60 Meter in der Weltjahresbestzeit von 6,48 Sekunden. Nadine Kleinerts Konkurrentinnen ließen im Kugelstoß-Ring die Muskeln spielen: Freiluft-Vizeweltmeisterin Valerie Vili (Neuseeland) kam nur auf 19,34 Meter und Rang fünf. Gold ging an Nadeschda Ostaptschuk (Weißrussland/20,85). "Der Kreis hat sich geschlossen. Es ist meine fünfte Hallen-WM, ich habe mit einem fünften Platz begonnen und heute ist es wieder der fünfte Platz", meinte Nadine Kleinert.

Mit einem unerwarteten Dreisprung-Weltrekord von 17,90 Meter setzte der Franzose Teddy Tamgho gestern Abend den WM-Schlusspunkt. Im letzten Versuch übertraf er die 17,83 m, mit denen der Kubaner Aliecer Urrutia und Schwedens Olympiasieger Christian Olsson bisher an der Spitze standen. dpa/sid

15.03.2010 - 08:30 Uhr
Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion