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WM-Aus für deutsche Schiedsrichter?

Fifa-Präsident Sepp Blatter setzt den DFB unter Druck und attackiert Uli Hoeneß

Fifa-Präsident Sepp Blatter droht deutschen Schiedsrichtern mit dem WM-Aus, sollten sie nicht Profis werden. Und er attackiert Uli Hoeneß heftig.

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GEROLD KNEHR
Artikelbild: Fifa-Präsident Sepp Blatter setzt den DFB unter Druck und attackiert Uli Hoeneß Geigt seinen Kritikern die Meinung: Fifa-Präsident Sepp Blatter.

Zürich Im vergangenen Jahr stand Sepp Blatter, der umstrittene Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, fast ständig in der Kritik. Bestochene Funktionäre, die umstrittene Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 an Katar, Korruptionsvorwürfe seines früheren Vizepräsidenten Jack Warner - immer wieder machte sich der kleine Schweizer angreifbar.

Doch mittlerweile glaubt der 75-Jährige, wieder fest im Präsidentensattel zu sitzen. "Die Mitglieder der Fifa trauen mir zu, dass ich zusammen mit der Exekutive das Schiff aus stürmischer See wieder in ruhige Gewässer und auf Kurs bringe", sagt Blatter im Interview mit dem Fachblatt "Kicker".

Störfeuer kommen derzeit nur noch selten. Wenn, dann vorzugsweise vom FC Bayern München. Blatter sei wie ein Aal, den man nie richtig zu fassen bekomme, sagte dessen Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge vor kurzem. Und Präsident Uli Hoeneß kündigte an, "Missstände im Weltfußball nun permanent öffentlich thematisieren zu wollen".

Solche Unverfrorenheiten lässt sich Stehaufmännchen Blatter nicht bieten - und leitet prompt einen Konter ein. Hoeneß sei wesentlich mitschuldig, dass München nicht den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2018 erhalten habe, behauptet Blatter. Wie das? Hoeneß habe im Vorfeld der WM 2010 so sehr über Gastgeber Südafrika gelästert, dass München keine Stimme aus dem Kontinent erhalten habe.

Aber auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) respektive dessen Schiedsrichter setzt der Fifa-Präsident massiv unter Druck. "Der deutsche Schiedsrichter darf immer pfeifen, wo er will. Aber wenn er 2014 zur Weltmeisterschaft kommen will, muss er einen Status als Profi haben", so Blatter im Kicker-Interview. Wohl wissend, dass der DFB und dessen Spitzenreferees das Vollprofitum an der Pfeife ablehnen. Die meisten deutschen Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter üben neben der Pfeiferei einen aktiven Beruf aus und wollen sich nicht ganz auf den Fußball festlegen. Das gebe ihnen auch die Freiheit, nicht völlig vom System Fußball abhängig zu sein.

Außerdem tritt Blatter für die Einführung der Torkamera noch vor der WM 2014 ein. Diese Forderung ist längst mehrheitsfähig, scheiterte jedoch bislang am Starrsinn der internationalen Regelhüter (IFAB). Hier gibt sich Blatter als Modernisierer, der gegen das Klischee des verkrusteten alten Fußball-Funktionärs antritt.

24.01.2012 - 08:30 Uhr

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