15.03.2010 Drucken Empfehlen
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Sport

Ferrari-Coup: Grandiose Massa-Rückkehr

Nach einem Ferrari-Krisenjahr 2009, als der stolze Traditionsrennstall nur noch unbedeutende vierte Kraft im Formel-1-Feld war, meldeten sich die Italiener gestern in Bahrain mit einem Doppelsieg zurück.

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THOMAS GRUBER
Artikelbild: Ferrari-Coup: Grandiose Massa-Rückkehr Tolles Comeback: Ferrari- Pilot Felipe Massa wurde Zweiter.

Manama Es geschah am 24. Juli des vergangenen Jahres: Auf dem Hungaroring krachte eine Stahlfeder des vorausfahrenden Rubens Barrichello auf den Helm des brasilianischen Landsmannes Felipe Massa. "Schlägt das Ding einen Zentimeter tiefer ein, dann verliere ich das Augenlicht. Schlägt es einen Zentimeter höher ein, dann wäre ich wohl verblödet", blickt der Ferrari-Pilot auf den schlimmen Unfall zurück. Das hätte fürchterlich ins Auge gehen können. "Meine Zeit zu sterben, war an diesem Tag noch nicht gekommen", so der 28-Jährige, der im vergangenen November erstmals Vater wurde.

Mit Platz zwei beim Bahrain-Grand-Prix meldete sich Massa gestern eindrucksvoll zurück nach monatelanger Renn-Abstinenz. Es sei zuvor schon hart gewesen, vom Fernseher aus die Rennen zu verfolgen. Tag für Tag habe er geschuftet, um wieder ins Cockpit steigen zu können. "Ich bin einfach nur glücklich, nach dieser schwierigen Zeit wieder zurück zu sein", beschrieb der Südamerikaner seine Gefühlslage, nachdem er sich nur seinem spanischen Teamkollegen Fernando Alonso beugen musste. Dies war schon eine erstaunliche Leistung, zumal der Mann mit der Startnummer 7 den Spanier Alonso im Qualifikationstraining auch noch um vier Zehntel Sekunden bezwungen und somit das erste ernstzunehmende Stall-Duell gewonnen hatte.

Ferrari hat sich im Vergleich zum Vorjahr, das extrem enttäuschend für die Scuderia verlaufen war, enorm verbessert. Alonso, der vor der Zieldurchfahrt vor lauter Freude zick-zack fuhr, jubelte nach dem Sieg gleich im ersten Rennen für sein neues Team: "Ein großartiger Job, den die Leute seit November in der Fabrik in Maranello gemacht haben, das gibt uns für die gesamte Saison einen ordentlichen Schwung", meinte der Spanier.

Einen ersten kleinen Rückschlag, den viele nicht bemerkt hatten, mussten die "Roten" dennoch bereits hinnehmen. Als die Ingenieure über den gesammelten Qualifikations-Daten brüteten, kamen sie am späten Samstag Abend zu der Erkenntnis, dass in beiden Fahrzeugen der Motor fürs Rennen ausgetauscht werden müsste. "Außergewöhnliche Werte", so die offizielle Ferrari-Version, waren Auslöser der Doppel-Tausch-Nummer. Acht Achtzylinder-Triebwerke dürfen pro Fahrer in der Saison eingesetzt werden. Für die restlichen 18 Rennen der Saison haben Massa und Alonso also nur noch sieben Motoren zur Verfügung - das könnte sich am Ende des Formel-1-Jahres negativ bemerkbar machen.

Der als Vierter geschlagene Sebastian Vettel meinte anerkennend: "Ich habe größten Respekt vor Felipes Leistung. Es ist gut, dass er wieder zurück ist." Massa, elfmaliger Grand-Prix-Sieger und einer der Sympathieträger im Fahrerlager, bedankte sich beim Heppenheimer: "Was du da sagst, ehrt mich sehr und es zeigt, dass unter uns Fahrern doch sehr respektvoll umgegangen wird."

Als sich der Ferrari-Pilot nach der Hitzeschlacht von Sachir den Schweiß von der Stirn gewischt hatte, blickte er nochmals zurück: "Es war schon ein sehr schweres Rennen. Ich hatte riesige Probleme mit der Motor-Temperatur. Da habe ich mir richtig Sorgen gemacht." Dann dankte er noch Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, "er hat mir in den vergangenen Monaten in vielen Gesprächen sehr viel Mut gemacht. Auf dem Podium zu stehen, das ist ein phantastischer Start in die Saison."

15.03.2010 - 08:30 Uhr
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