FC Bayern will in Florenz mehr als das fürs Viertelfinale nötige Remis
Mit dem millionenschweren Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse will der FC Bayern die "entscheidenden Wochen" der Saison einleiten - und sich im Poker um Franck Ribéry seine Chancen erhalten.
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Franck Ribéry: Ist er beim FC Bayern noch zu halten? Foto: dpa
Florenz Nach dem 2:1 im Hinspiel reicht dem FC Bayern heute im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim AC Florenz (20.45 Uhr/live nur bei Sky) ein Remis fürs Viertelfinale. Hier will sich Ausnahmekönner Franck Ribéry mit den anderen Stars aus Europas Elite messen. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: "Er hats selbst in der Hand. Wenn er wie gegen den HSV ein Tor macht, haben wir Top-Voraussetzungen weiterzukommen."
Voller Vorfreude stieg Rummenigge mit seinem roten Bayern-Schal in den Flieger aus dem verschneiten München in die sonnige, aber kühle Toskana. Auch der mit großen Kopfhörern umherschlendernde Ribéry war sichtlich guter Laune. Noch im März will der leicht angeschlagene Offensivmann über seine Zukunft beim Bundesliga- Spitzenreiter entscheiden - also wohl zwischen dem Achtelfinal-Duell gegen die in der Liga schwächelnden Italiener und einem möglichen Viertelfinal-Auftritt.
Es sei nicht dieses eine Spiel entscheidend, betonte Präsident Uli Hoeneß, "es ist die Gesamtperformance des Vereins in der Champions League. Das ist wichtig für ihn und für uns."
Wichtig für die Bayern ist erst einmal aber ein Auftritt wie in der zweiten Spielhälfte beim 1:1 gegen den 1. FC Köln. "Wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit, riskieren wir, dass wir nicht weiterkommen", warnte Rummenigge, nachdem er in Köln "die zwei Gesichter des FC Bayern" erlebt hatte. "Kurioserweise", meinte der Vorstandschef, habe sich die Situation aber durch die Leverkusener Pleite verbessert. "Wir haben entscheidende Wochen vor uns. Das beginnt in Florenz, geht in der Bundesliga weiter - und hoffentlich dann auch in der Champions League", sagte Rummenigge. Er glaubt, dass eine Vertragsverlängerung des "wichtigsten und wertvollsten Spielers" des FC Bayern "nicht ausschließlich von den Finanzen abhängig" ist.
Die Partie im Stadio Artemio Franchi gegen den Ex-Klub von Luca Toni ist also fast schon ein "Endspiel um Ribéry". Denn im Falle eines vorzeitigen K.o. wären die Abwanderungsgedanken des 26 Jahre alten Stars wohl kaum noch aus dessen Kopf zu kriegen. Alles wäre einfacher, "wenn wir weiterkommen würden", sagte Hoeneß, der noch einmal betonte: "Wir haben die Hand am Hebel."
Bis zum 30. Juni 2011 läuft der Vertrag des Franzosen, entweder wird also bald verlängert oder er wird im Sommer verkauft, damit noch einmal Ablöse in die Kasse kommt. Beim Weiterkommen in Florenz kämen schon mal zusätzliche 3,3 Millionen Euro Uefa-Prämie in die Klub-Kasse. Ribéry reiste mit leichten Beschwerden nach Florenz, Arjen Robben stand nach seiner Erkältung wieder im Kader.
Ein 1:1 wie im November 2008 in Florenz würde den Bayern reichen. "Aber wir versuchen immer, nach vorn zu spielen. Wir sind kein Team, das ein Ergebnis verwalten will", so Kapitän Mark van Bommel. Bei den Bayern ist das Selbstvertrauen nach 18 Pflichtspielen ohne Niederlage groß, Florenz gelang 17 mal in Folge kein "zu Null" mehr. dpa