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Handballer eiskalt im Hexenkessel

Europameister nach 21:19 über Serbien

Von null auf hundert: Ohne einen Zähler in die Hauptrunde gestartet, steigerten sich Dänemarks Handballer während der EM von Spiel zu Spiel und holten sich durch ein verdientes 21:19 über Serbien den Titel.

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SWP
Artikelbild: Europameister nach 21:19 über Serbien Nichts für Zartbesaitete: Der Serbe Dalibur Cutura gerät im Finale in die dänische Zange. Foto: dpa

Belgrad Heiße Atmosphäre im Hexenkessel der Belgrader Arena vor 20 000 Fans: 22 Sekunden vor Ende des EM-Endspiels netzte Dänemarks überragender Rückraum-Handballer, Mikkel Hansen, zum 21:18 ein - sein neuntes Tor bedeutete die Entscheidung in einem Finale gegen die am Druck des fanatischen wie erwartungshungrigen Heimpublikums zerbrochenen Serben. Am Ende stand ein verdienter 21:19-Sieg der Skandinavier, die durch eine starke Defensive vor dem guten Torhüter Niklas Landin auffielen.

Artikelbild: Europameister nach 21:19 über Serbien Thomas Gruber berichtet von der Handball-EM

Der Gastgeber kam überhaupt nicht zum bislang gezeigten Aufbauspiel und musste zudem auf eine Stütze verzichten: Nach dem unter höchst aggressiver Stimmung stattfindenden Halbfinale zwischen Serbien und Kroatien (26:22) hatte ein serbischer Anhänger einen Gegenstand in Richtung Slavko Goluza geworfen. Er traf aber nicht den Coach der Kroaten, sondern mit Zarko Sesum einen Rückraumspieler aus den eigenen Reihen. Der für die Rhein-Neckar Löwen in der Bundesliga auflaufende 25-Jährige musste mit einer Augenverletzung ins Krankenhaus und verpasste daher das Finale auf dem Parkett - er saß tieftraurig mit einem weiß zugepflasterten rechten Auge auf der Tribüne - nahm aber am Ende lächelnd und glücklich mit seinen Mannschaftskameraden die Silbermedaille entgegen.

Die Dänen zeigten sich unbeeindruckt von der Kulisse und fanden besser ins Spiel. Einzig der serbische Torhüter Darko Stanic hielt den verunsichert wirkenden Gastgeber im Rennen. Der in der kommenden Saison für Frisch Auf Göppinger spielende Torhüter war hauptverantwortlich dafür, dass die Dänen bis zum Seitenwechsel nur mit 9:7 führten.

Ständig sahen sich die Serben einem Rückstand hinterher laufen. Beim 16:12 für die Nordeuropäer durch den Hamburger Hans Lindberg schien in der 48. Minute bereits eine Vorentscheidung gefallen zu sein, doch die Hausherren verkürzten auch dank Überzahlspiel auf 15:16. Mehr gelang aber nicht mehr, auch weil Nikola Manojlovic nach der dritten Zeitstrafe (51.) vom Feld musste. Abgeklärt brachte Dänemark das Spiel zu Ende. Voller Inbrunst sangen die Skandinavier um den 39-jährigen Altstar Lars Christiansen die Nationalhymne bei der Siegerehrung mit.

Ganz "nebenbei" hatten sie mit dem zweiten EM-Titel nach 2008 auch die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele in London geschafft. Die Serben dürfen nun ebenso ihr Glück über Qualifikationsturniere versuchen wie auch die Kroaten, Spanier, Mazedonier und Polen als WM-Achter. Der EM-Sechste Slowenien hätte nur an solch einem Turnier teilnehmen können, wenn Serbien Europameister geworden wäre. Ein Ticket für die Olympia-Qualifikation war ein Ziel, das auch die deutsche Mannschaft als EM-Siebter verpasst hat.

Im "kleinen Finale" besiegten derweil die Kroaten den nächsten WM-Gastgeber Spanien verdient mit 31:27. Bis kurz nach dem Seitenwechsel (13:13) war die Begegnung offen, ehe sich die Auswahl um den für den HSV Hamburg spielenden Top-Werfer Blazenko Lackovic (8 Treffer) konsequent absetzte.

30.01.2012 - 08:30 Uhr

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