1899 Hoffenheim will zum ersten Mal ins Pokal-Halbfinale einziehen. Die Ausgangslage ist weniger gut. Die Kritik von Mäzen Hopp tut ein Übriges.
Anzeige
DPA/EB
Vermisst die Linie im Hoffenheimer Spiel: Mäzen Dietmar Hopp.
Sinsheim/Berlin Die Stimmung bei der TSG 1899 Hoffenheim ist so frostig wie das Wetter. Nach dem Wutausbruch von Holger Stanislawski am Samstag steht der Trainer vor dem Pokal-Viertelfinale heute (19 Uhr) gegen die SpVgg Greuther Fürth nun selbst in der Kritik. "Es ist schwer, eine Linie zu erkennen. Bei Ralf Rangnick war zu sehen, dass er ein Pressing spielte", meckerte Mäzen Dietmar Hopp öffentlich über die fehlende taktische Ausrichtung.
Die Aufgabe gegen den Aufstiegsanwärter aus Liga zwei, der vor zwei Jahren den VfB Stuttgart im Achtelfinale (0:1) gestoppt hat, wird zum Charaktertest. Bei einem Scheitern dürfte die Diskussion um den im Sommer als Hoffnungsträger verpflichteten Stanislawski, die der 42-Jährige selbst in Gang gesetzt hatte, weiter an Fahrt aufnehmen.
"Wir müssen gegen Fürth gewinnen. Wer weiß, wann diese Chance wiederkommt", forderte Hopp. Der erstmalige Einzug ins Halbfinale würde der TSG wichtige Zusatzeinnahmen in Millionenhöhe garantieren, die der Verein dringend benötigt. Denn seit der Ankündigung von Hopp, spätestens 2014 den privaten Geldhahn für den Verein zudrehen zu wollen, sind die einstigen Emporkömmlinge zum Sparen gezwungen. "Hoffenheim ist in einer schwierigen Phase. Wir müssen Kosten reduzieren, haben wahnsinnig an Qualität eingebüßt. Der größte Teil des Umbruchs ist vollzogen. Die Grenze ist aber auch erreicht, sonst wird es gefährlich", mahnte Manager Ernst Tanner.
Ebenfalls heute, 19 Uhr, spielt Borussia Mönchengladbach bei Hertha BSC. Erneut passen muss der Ex-Stuttgarter Martin Stranzl. Der Innenverteidiger war schon am Samstag für die Bundesligapartie in Wolfsburg (0:0) grippegeschwächt kurzfristig ausgefallen und wird nun wieder von Roel Brouwers vertreten. Enorm unter Druck steht Hertha BSC, am Samstag VfB-Gegner in der Bundesliga.