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Spätes Geständnis

Doping: Jan Ullrichs Intimus Rudy Pevenage packt aus

Vier Jahre nach dem Fuentes-Skandal hat Rudy Pevenage sein Schweigen gebrochen. Jan Ullrichs Mentor gestand, dass er Reisen seines Schützling zu Doping-Arzt Eufemiano Fuentes organisiert habe

 

Paris .Mangels aktueller Doping-Fälle hat die französische Sportzeitung LEquipe Rudy Pevenage zu Wort kommen lassen. Er gestand, einst Jan Ullrichs Fahrten zum spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes organisiert zu haben. Der Belgier ließ auch durchblicken, dass Ullrich beim Tour-Sieg 1997 gedopt gewesen sein könnte. Pevenage betonte auch, dass das Team nach 1998 sauber gefahren sei. "Nach dem Festina-Skandal haben wir alles gestoppt", sagte Pevenage. Als man dann hinterherfuhr, stellte Pevenage Kontakt zu Fuentes her.

Für Lance Armstrong könnten die Bekenntnisse unruhige Tage bringen. Denn Pevenage klagte auch den Rekordsieger indirekt an: "Wir waren keine Idioten. Wir kannten Armstrong vor seiner Krebserkrankung. Die Verwandlung nach seiner Rückkehr war unglaublich. Wir haben schnell begriffen, dass es keine Wahl gibt." Die Dominanz des 38-Jährigen habe mit dazu geführt, dass Ullrich in die "schlechte Spirale" geriet.

Pevenage ärgert es, dass Ullrich der Skandal am härtesten getroffen hat. "Es gibt viele Fahrer, die Fuentes frequentiert haben und immer noch ihre Schnauze aufreißen, um große Vorträge zu halten", stellte der Belgier fest. Man habe "nur ein Minimum" der Dopingsünder bestraft, obwohl viele "den gleichen Schwachsinn" gemacht hätten.

Ihm selbst sei man nur wegen einer Unachtsamkeit auf die Schliche gekommen. Nach Ullrichs Etappensieg beim Giro dItalia 2006 habe er statt einer Pre-Paid-Karte sein eigenes Handy benutzt, um Fuentes von dem Erfolg zu berichten. "Fuentes Telefon war angezapft und meine Nummer erschien. Somit waren wir enttarnt."

Zwei Monate später wurde Ullrich wie Ivan Basso und weitere Radprofis von seinem Team kurz vor Beginn der Tour suspendiert. Er schweigt bis heute zu den Vorwürfen, obwohl ein DNA-Abgleich inzwischen ergab, dass sein Blut bei Fuentes gelagert war. Seine Karriere hat er im Februar 2007 beendet - die Gerichte haben die Akten trotzdem nicht geschlossen. Derzeit prüft der Internationale Sportgerichtshof Cas einen Einspruch des Weltverbandes UCI und von Anti-Doping-Schweiz gegen Swiss Olympic, die das Verfahren gegen Ullrich eingestellt hatten. sid/dpa

09.07.2010 - 08:30 Uhr
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