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Beckenbauer lästert

Die Bayern haben die Lederhosen wieder an

Das war klar: Der Fehlstart sorgt für Unruhe beim FC Bayern. Die Münchner Fußball-Fans fühlen sich an die Zeit mit Jürgen Klinsmann erinnert.

 
Artikelbild: Die Bayern haben die Lederhosen wieder an Van Gaal (links), Ribéry: Weißbier und Tracht machen locker. Foto: Sampics

München Gestern hatten Louis van Gaal und die Bayern-Stars ihre Lederhosen wieder an, die ihnen bei der alarmierenden Pleite in Mainz im übertragenen Sinn ausgezogen worden waren. Bei einem Sponsoren-Termin auf dem Münchner Nockherberg posierten Franck Ribéry & Co im Anschluss ans schweißtreibende Training in Tracht und mit Weißbier-Gläsern. In Party-Laune ist beim Rekordmeister aber nach dem schlechtesten Saisonstart seit 43 Jahren niemand.

Nach zwei Punkten aus drei sieglosen Spielen und Platz 14 in der Fußball-Bundesliga wird wenige Monate nach Jürgen Klinsmann fast schon wieder alles in Frage gestellt. Franz Beckenbauer erhöht den Druck auf den Coach: "Louis van Gaal muss am Samstag gegen Wolfsburg die richtige Antwort finden."

Van Gaals erste Reaktion auf die "gefährliche Situation", in welcher auch Vorstand Karl-Heinz Rummenigge die Bayern vor dem "schwierigen Spiel gegen den deutschen Meister" sieht, ist harte Arbeit. Mit gewohnt lautstarken Kommandos scheuchte er seine Spieler zum Auftakt einer wegweisenden Woche über den Trainingsplatz, auch ein gut aufgelegter Franck Ribéry gab dabei vor rund 2000 Fans Vollgas. Der Franzose, den van Gaal mangels Fitness nicht einmal als Joker mit nach Mainz genommen hatte, soll nun Retter in der Not spielen. Präsident Beckenbauer: "Wenn Ribéry wieder fit ist, kommt mehr Zug in die Mannschaft."

Der Fehlstart mit fünf Punkten Rückstand auf die Spitze hat nicht nur Beckenbauer "sehr nachdenklich" gestimmt. Schon stellt sich die Frage, ob die Bundesliga-Dominanz des Rekordchampions vorbei ist. Und hat der für 50 Millionen Euro aufgerüstete Kader tatsächlich genügend Qualität? Last-Minute-Aktivitäten auf dem Transfermarkt sind noch bis Montag möglich.

Und ausgerechnet beim spanischen Renommierklub Real Madrid, den die Bayern beim Werben um Ribéry abblitzen ließen, könnte die Lösung des Spielmacher-Problems gefunden werden. Die beiden niederländischen Nationalspieler Rafael van der Vaart und Wesley Sneijder sind im Angebot. Geholt werden soll aber eher ein rechter Verteidiger. Nationalspieler Philipp Lahm mahnte nach dem Lederhosen-Termin Geduld mit dem neuen Trainer an. "Wir wussten, dass es ein holpriger Start werden kann - und den haben wir jetzt", sagte der stellvertretende Kapitän. Die Anpassung an van Gaals Vorstellung vom Fußball benötige Zeit. Lahm: "Es ist sehr viel Taktik bei ihm. Er hat klare Vorstellungen, wie jede Position gespielt werden muss. Das ist eine große Umstellung für jeden." dpa

25.08.2009 - 08:30 Uhr
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