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Es ist nicht zum Lachen

Der VfB Stuttgart schon früh in der Saison ganz tief im Schlamassel

Der VfB Stuttgart hat zwei Wochen Zeit, sich von dem klassischen Fehlstart in der Fußball-Bundesliga zu erholen. Von Spaß an der Arbeit kann bei den Schwaben gerade wirklich nicht die Rede sein.

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THOMAS GOTTHARDT
Artikelbild: Der VfB Stuttgart schon früh in der Saison ganz tief im Schlamassel Der Stuttgarter Trainer Gross (Bild oben) hatte schwer zu knappern an der Niederlage gegen Dortmund. Jürgen Klopp hatte dafür Spaß. Fotos: Imago/Avanti

Stuttgart Jürgen Klopp rutschte ein Satz heraus, der richtig böse und respektlos klang, aber nicht böse und respektlos gemeint war. "Es hat viel Spaß gemacht", sagte der Dortmunder Fußball-Trainer nach dem 3:1 (3:0)-Erfolg am Sonntag beim VfB Stuttgart und trug sein Harry-Potter-Grinsen im Gesicht. Es hat viel Spaß gemacht. . .

Artikelbild: Der VfB Stuttgart schon früh in der Saison ganz tief im Schlamassel

Christian Gross musste diesen Satz gehört haben. Der VfB-Trainer ließ sich aber nichts anmerken, kaute auf etwas herum, was nicht da war, sank in sich zusammen, was nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein muss. Am Sonntag war es ein schlechtes Zeichen - als Reaktion auf eine wahrlich schlechte Leistung der Mannschaft, deren Naivität vor allem in der Defensive beängstigend war.

1:3 im ersten Bundesliga-Heimspiel, die zweite Punktspiel-Niederlage in dieser Runde; wegen der Länderspiel-Pause am kommenden Wochenende kaum Mannschaftstraining und somit wenig Gelegenheiten, an Grundsätzlichem zu feilen; Johan Audel, der wegen seiner Knöchel-OP erst Anfang November wieder mittun wird; Philipp Degen, der wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers für ungewisse Zeit ausfällt - die Liste zeigt, dass der VfB früh in der Saison schon so richtig tief im Schlamassel steckt.

In so einer Situation muss ein Trainer mehr die Rolle eines Psychologen einnehmen als die eines reinen Übungsleiters und Fußball-Lehrers. Und wohl nur deshalb kam Christian Gross auf die Idee, nach so einer Begegnung, in der der VfB zumindest in den ersten 45 Minuten ein Spielball der Dortmunder war, zu sagen: "Es gab auch positive Ansätze." Positive Ansätze. . .

Die Reaktion der Mannschaft nach der Pause sei eine gute gewesen, behauptete der Stuttgarter Trainer. Sicherlich meinte der Schweizer nicht, dass das Betreten des Rasens zur zweiten Halbzeit mit einem 0:3 im Gepäck für sich genommen schon bemerkenswert gewesen wäre. So etwas versteht sich ja wohl von selbst. . .

Gross meinte eher das erkennbare Bemühen um eine Resultatsverbesserung, was Nationalstürmer Cacau per Kopf ja auch gelang mit dem 1:3-Endergebnis. Aber sonst? "Es gibt nichts zu beschönigen", meinte der Trainer nach den schlimmen 90 Minuten vor rund 40 000 Zuschauern auf der Mercedes-Benz-Baustelle. Fredi Bobic, der sich ganz persönlich wohl auch ein anderes Liga-Debüt als Sportdirektor gewünscht hatte, sah "eine indiskutable erste Halbzeit" und diagnostizierte eine "schwierige Phase", der sich der VfB stellen müsse. "Wir müssen zusammenrücken und in Freiburg anders auftreten." Zwei Wochen bleiben den arg gerupften Schwaben, um wieder die Orientierung zu finden für das badisch-württembergische Prestigeduell.

31.08.2010 - 08:30 Uhr
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