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Heißes Spiel bei Eiseskälte

Bundesligafußballer ziehen sich warm an

Extreme Minustemperaturen und eisiger Wind: Die Bundesliga-Fußballer müssen sich am 20. Spieltag auf frostige Bedingungen einstellen. Zum Auftakt zieht sich Borussia Dortmund in Nürnberg warm an.

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DPA/SID

Nürnberg/Dortmund Borussia Dortmund stellt sich auf einen heißen Tanz bei knackiger Kälte ein. "Wir müssen uns warm anziehen. Ich trage auf jeden Fall eine lange Hose und einiges unter dem Trikot", sagte BVB-Keeper Roman Weidenfeller. Zum Auftakt des 20. Spieltags tritt der BVB am Freitag (20.30 Uhr) beim 1. FC Nürnberg an. Zum Anpfiff erwartet der Deutsche Wetterdienst Temperaturen von etwa zwölf Grad unter Null. Im Wind fühle sich die Temperatur zudem noch etwas kälter an.

Nationalmannschafts-Arzt Tim Meyer wies darauf hin, dass Muskulatur und Durchblutung bei der Eiseskälte nur langsam auf Touren kämen. Ein weiteres Problem: Die Spieler atmen permanent die trocken-kalte Luft ein. Das führt zur Reizung der Atemwege und kann bei anfälligen Profis zu Asthma-typischen Reaktionen führen.

Eine Spielabsage wegen der Minusgrade ist jedoch kein Thema. "Die Uefa soll mal festgelegt haben, dass bei minus 15 Grad nicht gespielt wird. Ich kann mich aber an keine Absage erinnern, die sich auf diesen Beschluss beruft", sagte Meyer, der beim DFB der Komission Sportmedizin angehört.

Nürnbergs Trainer Dieter Hecking geht indes cool mit dem Thema um: "Auf die Wetterbedingungen haben wir keinen Einfluss. Es ist mir egal, ob es minus zehn, minus zwölf oder minus 14 Grad sein werden." Die Kälte dürfe keinesfalls als Ausrede herhalten. Auch BVB-Coach Jürgen Klopp mag das Wetter nicht dramatisieren.

Hitzig soll es gleichwohl auf dem Platz werden, wenn der Tabellen-13. auf den Zweiten trifft: Dortmund kann Bayern München vorübergehend von der Tabellenspitze verdrängen. Der BVB ist nach zwei überzeugenden Auftritten zum Rückrundenstart klarer Favorit, doch Sportdirektor Michael Zorc sagte, er erwarte "ein eng umkämpftes Spiel". Hecking will seine Elf gegen den seiner Meinung nach kommenden deutschen Meister und das derzeitige "Maß der Dinge" in Fußball-Deutschland "heiß machen".

BVB-Mannschaftsarzt Markus Braun mahnte seine Spieler ebenfalls zur Disziplin. "Die Jungs sollten sich warm anziehen. Sie besitzen Funktionswäsche, die dafür sorgt, dass die Feuchtigkeit nach außen abgegeben wird." Braun wollte noch nicht von einer Extremsituation sprechen, da alle Spieler seit Tagen bei kalten Temperaturen trainieren.

Extreme Temperaturen fördern manchmal auch besondere Einfälle. Als der Liga-Rivale Bayer Leverkusen am 1. Dezember 2010 in der Europa League in Norwegen gegen Rosenborg Trondheim bei 16 Grad unter Null antreten musste, überraschte der damalige Bayer-Coach Jupp Heynckes mit beheizten Schuhen.

Dortmunds Teamarzt Braun empfiehlt dem "Bankpersonal" dicke Winterjacken und gefütterte Boots. Zudem sollen die Reservespieler ihre Schuhe unter eine Decke stecken. Für alle Akteure stehe warmer Tee bereit. Und auch die rund 45 000 erwarteten Zuschauer haben etwas von dieser Diskussion: Für sie gibt es Wärmekissen im Stadion, zusätzliche Teestationen wurden errichtet.

Bayern Münchens Franck Ribéry stört vor dem Bundesliga-Spiel gegen den Hamburger SV am Samstag (18.30 Uhr) dennoch die klirrende Kälte. "Das ist brutal, das ist einfach zu kalt", sagte er. Mit gleich zwei Paar Handschuhen wolle er sich gegen die zweistelligen Minustemperaturen schützen. Die Rückenprobleme, die ihn am Mittwoch zu einer Trainingspause gezwungen hatten, seien dagegen kein Thema mehr. Er könne spielen.

03.02.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 03.02.2012 - 08:34 Uhr

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