Ein Start bei der Heim-Weltmeisterschaft in Ruhpolding wird für Biathlon-Altmeister Michael Greis, 35 Jahre, immer unwahrscheinlicher.
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SID
Skeptischer Blick: Michael Greis fehlt wohl bei der Heim-WM.
Oslo Michael Greis läuft die Zeit davon. Tag für Tag schwinden die Chancen des Dreifach-Olympiasiegers von Turin 2006, bei der Heim-WM in Ruhpolding zu starten. Krankheitsbedingt sagte der 35-Jährige seine Teilnahme am Weltcup morgen in Oslo ab und bangt auch um den Einsatz bei der WM-Generalprobe eine Woche später im finnischen Kontiolahti. Dem Nesselwanger fehlt noch die Norm für die Biathlon-WM (29.2. bis 11.3.), die bittere Zuschauerrolle beim Saisonhöhepunkt wird immer wahrscheinlicher.
"Es ist hypothetisch, darüber nachzudenken, ob er es bis zur WM schafft. Die Hoffnung ist aber klar da", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang: "Ich habe natürlich extremes Mitgefühl mit ihm, seine Situation ist schon sehr, sehr bitter."
Anstatt am Holmenkollen in Norwegen um den zweiten Teil der WM-Norm (mindestens Platz 15 in einem Wettbewerb) zu kämpfen, ist Aufbautraining in Ruhpolding angesagt. "Ich konnte die gesamte letzte Woche nicht trainieren und musste mich auskurieren", sagte Greis, der bereits beim zurückliegenden Weltcup in Antholz nach gesundheitlichen Problemen frühzeitig abreiste. Ein grippaler Infekt hatte den Biathlon-Altmeister außer Gefecht gesetzt, erst am Sonntag begann er wieder mit leichtem Training.
"Wie es für ihn weitergeht, muss sein Körper entscheiden. Wir können ihm da wenig vorschreiben", sagte Müssiggang. Geht es nach Greis, dem Perfektionisten und Tüftler, wird er seine letzten Körner dafür geben, doch noch einmal anzugreifen, um beim Saisonhöhepunkt vor seiner Haustür antreten zu können. "Wir alle wissen, dass es für ihn etwas Besonderes ist und er unbedingt dabei sein will", sagte Müssiggang. Doch die Rückschläge nahmen in den letzten Monaten überhand und scheinen seinen Traum platzen zu lassen. Es begann am 18. August 2011, als Greis am Sprunggelenk operiert wurde und sechs Wochen pausieren muss.