06.02.2012 Drucken Empfehlen
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"Gefühlter Sieg" macht Hoffnung

2:2 in Leverkusen mildert auch den Schock über Molinaros Rote Karte

Zweimal einen Rückstand wettgemacht und in Leverkusen 2:2 (1:1) gespielt. Obwohl der VfB Stuttgart seit sieben Bundesliga-Spielen sieglos ist, wirkte der Auftritt der neu formierten Elf wie ein Befreiungsschlag.

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SID/EB
Artikelbild: 2:2 in Leverkusen mildert auch den Schock über Molinaros Rote Karte Cacau mit Martin Harnik: Vorbereiter und Vollstrecker des 2:2. Foto: Eibner

Leverkusen Für den angeschlagenen VfB wars fast wie ein Sieg. Mit dem Ausgleich zum 2:2 (1:1) kurz vor Schluss bei Vizemeister Bayer Leverkusen verhinderten die Stuttgarter, denen diesmal keiner mangelnde Geschlossenheit vorwerfen konnte, die fünfte Niederlage in Folge. Es war ein wichtiger Punkt fürs Selbstvertrauen - kurz vor dem Pokal-Viertelfinale am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF) gegen den FC Bayern und vor der Bundesliga-Heimpartie am Samstag gegen Hinterbänkler Hertha BSC.

Fünf Minuten vor Abpfiff hatte sich Fredi Bobic lautstark mit dem vierten Offiziellen angelegt, trat anschließend stinksauer gegen die Mannschaftsbank. Die Nerven lagen beim Sportdirektor des VfB blank, Leverkusen führte 2:1. Als "Joker" Martin Harnik dann aber in der 89. Minute den Ball nach Zuspiel Cacaus, mit dem er sich in den vergangenen Wochen offen gekabbelt hatte, zum 2:2 über die Torlinie stocherte, jubelten sowohl Bobic als auch der in die Kritik geratene Trainer Bruno Labbadia, als hätten sie Meisterschaft und Pokal geholt.

"Da kam die ganze Erleichterung raus. Vorm Pokalspiel ist dieser Punkt ganz wichtig", sagte Bobic. Seine Wut über Thorsten Kinhöfer war nicht verraucht. "Fußball ist ein körperbetontes Spiel, da muss man nicht körperlos spielen", kritisierte er den Unparteiischen, der seiner Meinung nach in der 47. Minute einen unberechtigten Strafstoß gegen die Gäste verhängt hatte. "Es war ein normaler Zweikampf zwischen Tasci und Bender", sagte Bobic zu der Szene, aus der das 1:2 durch Simon Rolfes resultierte. Dem widersprach Bayer-Trainer Robin Dutt: "Der Elfmeter war berechtigt. Serdar Tasci hatte keine Chance, an den Ball zu kommen." Ziemlich hölzern stoppte er Lars Bender.

Diskutiert wurden auch die Platzverweise gegen Leverkusens Michal Kadlec, der Gelb-Rot (63.) sah, und den Stuttgarter Cristian Molinaro, der nach Zweikampf mit Andre Schürrle, den er mit hohem, zum Ball gehenden Bein am Kopf traf, in der Nachspielzeit sogar glatt Rot erhielt. "Der Schiedsrichter hat einen unglücklichen Tag gehabt, weil er mit dem Schreiben nicht mehr hinterherkam", kommentierte Bobic süffisant den Auftritt Kinhöfers, der zudem noch sechsmal Gelb zeigte.

Ungeachtet dessen freuten sich die Stuttgarter nach zuvor vier Niederlagen über einen "gefühlten Sieg" (Christian Gentner). Vor allem Labbadia wirkte an seiner einstigen Wirkungsstätte erleichtert, nachdem bereits mögliche Nachfolger ins Gespräch gebracht worden waren. "Wir haben uns den Punkt redlich verdient. Wir sind sehr konzentriert aufgetreten und haben jeweils nach den Rückständen die Ruhe bewahrt und gut reagiert. Das war ein Schritt in die richtige Richtung", sagte der VfB-Coach, der seine Mannschaft im Gegensatz zum 0:3 gegen Gladbach auf fünf Positionen durcheinandergewirbelt hatte. Bei uns waren heute "Leidenschaft, Einsatz und Willen vorhanden. All die Eigenschaften, die man uns zuletzt abgesprochen hat", sagte der starke Gentner. Auch Julian Schieber, der mit seinem ersten Saisontreffer in der 23. Minute die Bayer-Führung durch Stefan Kießling (11.) egalisiert hatte, war zufrieden: "Auf diese Leistung können wir aufbauen, das müssen wir jetzt gegen die Bayern bestätigen."

06.02.2012 - 08:30 Uhr

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