Volleyball: Geschwächte Rottenburger verlieren klar gegen Pokalfinalist Düren
Volleyball-Erstligist EnBW TV Rottenburg hat im letzten Heimspiel der Hauptrunde noch eine Lehrstunde erhalten: Vor 2200 Zuschauern siegte der Tabellendritte Evivo Düren klar mit 3:0 (25:21, 25:19, 25:17).
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Thomas de marco
Hammerschlag: Dürens Hauptangreifer Christian Dünnes schmettert gegen den Rottenburger Dreierblock. Bild: Metz
Tübingen. Die Rottenburger waren gestern am besten, wenn sie in totaler Bedrängnis waren: Im ersten Satz wehrte der Tabellenfünfte gegen Düren vier Satzbälle ab, im dritten Durchgang machten sie noch zwei Dürener Matchbälle zunichte.
Doch diese Kraftakte hatten nur aufschiebende Wirkung. Denn der Tabellendritte Düren zeigte sich überraschend gut erholt von der bitteren Niederlage gegen Haching im Pokalfinale (nach 2:0-Führung). „Wir wollten den dritten Platz unbedingt halten, uns nach der Pokalniederlage frei spielen – und einfach mal Spaß haben“, sagte Dürens Trainer.
Allerdings war ihm nicht entgangen, dass die Rottenburger stark unter ihrer personellen Schwächung litten: Kapitän Matthias Pompe fehlte wegen seiner Bauchmuskelzerrung, die Beachvolleyballer Stefan Schneider und Thomas Kaczmarek waren schon im Trainingslager auf Fuerteventura.
„Wir sind mit einem Team angetreten, das so noch nie zusammengespielt hat“, sagte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger, der aus dem zweiten Team Max Lake und Dominik Nuguspanov hochgezogen hatte. Den beiden Außenangreifern Lake und Marvin Klass, der erstmals von Beginn an spielte (siehe das „Angebaggert“), wollte er aber keine Vorwürfe machen.
Er kritisierte vielmehr den überhaupt nicht effektiven Außenangreifer Dirk Mehlberg sowie Zuspieler Michael Neumeister, der zu wenig die starken Rottenburger Mittelblocker angespielt habe.
„Diese Niederlage tut nicht gut vor den Playoffs“, sagte denn auch Neumeister, „aber an unserer Situation mit Platz fünf ändert sich ja nichts. Wir hätten nur mit einem Sieg dafür sorgen können, dass wir Düren in den Playoffs bekommen. Nach diesem Spiel ist es vielleicht gar nicht schlecht, dass wir nicht gegen Düren spielen.“
Beunruhigt sei seine Mannschaft nun aber nicht, betonte der Zuspieler: „Wir bereiten uns schon voll auf die Playoffs vor und haben unser Training darauf abgestellt.“
Die Niederlage sei in dieser Deutlichkeit zwar nicht eingeplant gewesen, erklärte Rottenburgs Diagonalangreifer Falko Steinke, „aber wir trainieren eben derzeit viel Schnellkraft und sind entsprechend müde.“
Die Bundesliga-Spitze sei allerdings momentan für die Rottenburger Mannschaft weiter entfernt als in der Vorrunde, gab Steinke zu. „Wir konnten das Niveau der Hinserie nicht halten. Die Saison ist eben auch sehr lange. Aber ich hoffe, dass wir noch Reserven haben“, sagte er.
Sein Trainer hofft nun vor allem, dass Kapitän Pompe bis zu den Playoff-Spielen um die Meisterschaft wieder fit wird. Für den Gegner hatte er nur Lob: „Düren hat die richtige Antwort auf die Niederlage im Pokalfinale gegeben.“ Christian Dünnes, der nach Anlaufschwierigkeiten in Satz zwei und drei wieder dick auftrug und insgesamt 18 Punkte machte, sei einer der überragenden Spieler der Bundesliga. „Gegen diese Mannschaft konnten wir in dieser personellen Konstellation einfach nicht gegenhalten“, zog Müller-Angstenberger ein klares Fazit nach dem letzten Rottenburger Heimspiel der Hauptrunde.
EnBW TV Rottenburg – Evivo Düren: der Spielfilm
1. Satz: 1:0 Filo, dann zieht Düren auf 6:10 und 17:22 weg, 2. Auszeit TVR, 17:24, TVR wehrt vier Satzbälle (Sb) ab, 5. Sb. Düren: Neumeister patzt – 21:25.
2. Satz: 0:2, Mehlberg macht das 9:10, Düren setzt sich ab auf 10:14, Auszeit TVR, 14:19, 19:24 – Dünnes (D) verwandelt 1. Sb. zum 19:25.
3. Satz: 2:5, Dünnes punktet in Serie zum 6:11, Cipowicz stark – 8:12, 12:18, 13:21, 15:24, TVR wehrt 2 Matchbälle (Mb) ab, 3. Mb: Cipowicz-Angabe ins Netz – 17:25.