U 21-Länderspiel zwischen Deutschland und Ungarn in Mössingen
Handball-Leckerbissen in Mössingen am laufenden Band: Am Wochenende feierten alle Teams der Spvgg Mössingen Siege, heute ist wieder Heimspiel-Tag, am Dienstag ist die Handball-Abteilung des Vereins Gastgeber des U 21-Junioren-Länderspiels Deutschland gegen Ungarn – in einer vollen Steinlachhalle, hoffen die Mössinger Organisatoren.
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bernhard schmidt
Mössingen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Steinlachhalle für ein Länderspiel die Bühne bietet. Vor knapp fünf Jahren gastierte schon einmal die deutsche Junioren-Nationalmannschaft in Mössingen. Damals kam etwas im Vorfeld etwas Hektik auf, als der eigentlich vorgesehen Gegner Serbien-Montenegro kurzfristig absagte, dafür die österreichische U 20-Auswahl genauso kurzfristig einsprang. Damals wie heute hieß der Trainer der deutschen Junioren-Nationalmannschaft Martin Heuberger, als Assistent von Nationaltrainer Heiner Brand noch medienpräsenter und bekannter (siehe Anpfiff).
Für den verletzten Felix König vom Bundesligisten Balingen, hier während eines Länderspiels gegen Österreich, wären die beiden Partien gegen Ungarn Heimspiele gewesen. „Schade, dass ich nicht dabei sein kann“, sagt der 20-Jährige, „das wäre eine tolle Sache gewesen.“ König will die Rekonvaleszenz für ausgiebiges Krafttraining nutzen. Bild: Michael Heuberger
Heuberger war am Mittwoch eigens nach Mössingen gekommen, um der Presse die Bedeutung der beiden Länderspiele in Mössingen (Dienstag) und Balingen (Mittwoch) zu erläutern. Die beiden Länderspiele dienen dem Junioren-Bundestrainer als Formbarometer in der Vorbereitung auf die U 21-Weltmeisterschaft im Sommer in Griechenland. Dorthin reisen die Deutschen immerhin als Titelverteidiger. Allerdings, räumt Heuberger ein, steht im aktuellen Kader kein einziger mehr aus jener Meister-Mannschaft.
Was nicht heißt, dass nicht auch die aktuellen Jahrgänge über ausreichend Qualität verfügen. Im Januar in der Ukraine hatte sich die DHB-Auswahl, besetzt mit Bundesligaspielern aus Magdeburg, Berlin oder Minden, trotz vieler Verletzter souverän und vorzeitig für Griechenland qualifiziert. Auf die „Heim-Länderspiele“ verzichten muss Lokalmatador Felix König. Der 20-jährige Spielmacher vom Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten hatte sich erst kürzlich einen doppelten Bänderriss im linken Knöchel zugezogen.
Vor den beiden Auftritten unterm Albtrauf waren die deutschen Handball-Junioren in Warendorf beim intensiven Kraft- und Athletiktraining. Jetzt, sagt Trainer Heuberger, gehe es darum, die spielerischen und taktischen Grundprinzipien in den Länderspielen umzusetzen. Drei weitere Kraftproben gegen Ägypten folgen dann noch im Mai, und nach einem weiteren Trainingslager in Warendorf beginnt dann Mitte Juni, vier Wochen vor der U 21-WM, die intensive Vorbereitung auf Griechenland. Zweimal gegen Portugal, gegen Dänemark, Schweden und Norwegen gibt’s dann die finalen und ultimativen Formtests.
Gegner Ungarn hat sich nach langer internationaler Abstinenz ebenfalls für die WM qualifiziert. „Gegen Ungarn können wir zeigen, wo wir stehen“, sagt Heuberger, der den Magyaren mehr körperliche Präsenz als technische Brillanz attestiert.
Bei 500 Zuschauern
aus den Roten Zahlen
Die gute Nachwuchsarbeit des Vereins, die Begeisterungsfähigkeit des Publikums und die gute Erfahrung, die der Verband schon 2006 mit dem Verein gemacht hat, habe den DHB bewogen, das Länderspiel an Mössingen zu vergeben, sagt Bundestrainer Heuberger. Außerdem feiert die Handball-Abteilung ihr 30-jähriges Bestehen. „Die Basis der Zusammenarbeit ist bestens“, lobt Heuberger, „ich bin mir sicher, dass alles gut funktioniert.“
Die Helfer der Spvgg-Handball-Abteilung werden vor, während und nach dem Länderspiel alles dafür tun, dass es den beiden Nationalteams in der Steinlachhalle, aber auch im Training, beim Essen und bei der Übernachtung im Hotel an nichts fehlt. Der harte Organisationskern besteht aus fünf Leuten, im weiteren Umfeld werden weitere 50 Ehrenamtliche für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Ein eigens fürs Länderspiel produziertes Programmheft wird über die Auswahl, aber auch über die Pionierzeiten des Mössinger Handballs berichten, Cordula Funk wird zur Eröffnung die beiden Nationalhymnen a capella singen (wir berichteten im Steinlach-Boten).
Maximal 1200 Leute passen in die Steinlachhalle, auf 1000 Zuschauer hofft Abteilungsleiter Gerd Jockenhöfer: „Bei mehr als 500 Zuschauern bleibt für den Verein was liegen.“ Schon über 300 Karten wurden übrigens im Vorverkauf abgesetzt. „Mit unseren tollen Zuschauern werden wir die Halle zum Beben bringen“, verspricht Frank Schäffler vom Organisationsteam.
Den härtesten Job, da sind sich die Organisatoren einig, hat die Putz-Kolonne, die sofort nach dem Spiel in mühseliger Kleinarbeit den Boden der Schulsporthalle vom Harz der Marke „Trimona“ befreien muss. „In so einem Länderspiel wird nämlich geharzt wie der Teufel“, weiß Jockenhöfer aus Erfahrung. Ist das klebrige Zeug, das sich die Handballer in die Hände schmieren und das am Ball, auf dem Spielfeld und auf den Bänken haftet, erst einmal eingetrocknet, dann hilft nur noch die chemische Keule – und die schädigt den empfindlichen Hallenboden.