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Erfolgreicher Feldherr

Trainer John Patrick zwingt den Ludwigsburgern seinen Stil auf

Vor drei Wochen, nach der Derby-Niederlage gegen die Tigers, hat in Ludwigsburg John Patrick das Kommando übernommen. „Einer der besten Trainer der Bundesliga“, urteilt Tigers-Chefcoach Igor Perovic. Und auch einer der gefürchtetsten – bei manchen Spielern wie bei den Konkurrenten.

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Bernhard Schmidt

Tübingen. Sein Name steht für den Guard-Terror, für das frühe Attackieren des Gegners beim Aufbau. Mit diesem Rezept zermürbten John Patricks Spieler serienweise die Gegner, ob zu seiner Zeit in Göttingen oder zuletzt bei den Baskets in Würzburg. Dafür hatte er den ihm ergebenen Spielerstamm von Norddeutschland nach Unterfranken verpflanzt. Doch nicht alle Spieler goutierten das strenge Trainer-Regiment: Chester Frazier, einer aus dem Quartett, das ihm von Göttingen nach Würzburg gefolgt war, quittierte im Mai mitten in den Playoffs frustriert den Dienst und geißelte via Twitter aus der amerikanischen Heimat die Methoden seines einstigen Mentors. „Seine Karriere ist nur auf Lügen aufgebaut“, war da zu lesen.

Trainer John Patrick, seit knapp drei Wochen bei den Ludwigsburger Neckar-Riesen, hat sich vor ... Trainer John Patrick, seit knapp drei Wochen bei den Ludwigsburger Neckar-Riesen, hat sich vor allem mit den Erfolgen in Göttingen in der Bundesliga einen Namen gemacht – aber auch mit seinem strengen Kommando. Archivbild: Ulmer

Nationalspieler Lucca Staiger hat schon nach den ersten Einheiten vorsichtig verlauten lassen, dass das Training unter dem neuen Chefcoach jetzt viel intensiver sei. Und Johannes Lischka, in der vergangenen Saison noch ein Ludwigsburger, macht keinen Hehl daraus, lieber unter Perovic als unter dem als Felix Magath der Basketball-Bundesliga verrufenen Trainer zu malochen: „Ich glaube, es ist nicht allzu spaßig unter Patrick zu trainieren. Ich bin froh, in Tübingen zu sein.“

In Ludwigsburg kann die Mannschaft nach gerade mal zwei Trainingswochen unter Patrick das gefürchtete Spiel noch nicht verinnerlicht haben. Zumal die Neckar-Riesen erst einmal neue Spieler integrieren müssen. Center David Weaver und Spielmacher Kammeron Taylor, vor drei Wochen gegen Tübingen mit 16 Punkten immerhin einer der Besten, wurden kurzfristig in die Wüste geschickt. Die amerikanischen Landsleute Marqus Blakely und voraussichtlich Loren Stoke sollen die beiden ersetzen.

Entsprechend unrund läuft noch der Ludwigsburger Motor: Gegen Würzburg (74:81) und gegen Trier (73:79) kassierte der Tabellenvorletzte seine 13. und 14. Niederlage. „Die Ludwigsburger werden mit Patrick ihre Spielweise ändern“, ist sich Perovic sicher, „doch der Trainer hatte bisher noch nicht die Zeit, den typischen Stil einzuüben. Wir haben die Qualität, sie zu schlagen.“

Vor allem unterm Korb sind die Ludwigsburger nach dem Rausschmiss von David Weaver geschwächt. Diese Überlegenheit will Tigers-Trainer Perovic in Punkte umsetzen. Und auch Power Forward Lischka will die Chance nutzen: „Wir können die Vorteile unterm Korb nutzen, aber auch geschickt Inside-Out spielen, dann wird’s auch für die Flügelspieler leichter.“

Johannes Lischka, der sich vor fünf Wochen im Spiel gegen Alba Berlin einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hat, ist immer noch nicht ganz schmerzfrei. Erst in zwei bis drei Wochen, so haben ihm die Mediziner beschieden, sei er wieder voll belastbar. Nicht nur deswegen hat dem 25-Jährigen die Trainingspause, bedingt durch den Allstar-Tag, gut getan. Ein paar Tage die Teamkollegen nicht zu sehen, sei mental erfrischend. „Ich mag die Jungs. Das ist wie in einer guten Beziehung: Wenn man sich eine Weile nicht sieht, geht’s danach umso besser.“ Auch die anderen Tiger versuchten, in den wenigen trainingsfreien Tagen den Kopf freizubekommen. Die Amerikaner Reggie Redding und Kenny Frease weilten in der Heimat, Landsmann Josh Young war in Rom. Wer zuhause geblieben war, hielt sich in der Tigers-Trainingshalle fit.

Großes Interesse am Schwaben-Derby
Die Sitzplatzkarten fürs Bundesliga-Derby gegen Ludwigsburg in der Paul-Horn-Arena sind bereits ausverkauft, Tickets für Stehplätze sind indes sowohl im Vorverkauf wie aller Voraussicht nach auch an der Abendkasse noch zu bekommen, sagt Robert Wintermantel. Weil auch viele Anhänger der Neckar-Riesen nach Tübingen reisen, rechnet der Tigers-Manager am Samstag, 20 Uhr, mit einer ausverkauften Arena. Tigers-Chefcoach Igor Perovic sieht seine Spieler bei etwa 60 bis 70 Prozent ihres Leistungsvermögens angekommen. „Um auf hundert Prozent zu kommen, brauchen sie die vollen Ränge und möglichst viele Zuschauer“, wirbt Perovic um Unterstützung in den anstehenden Heimspielen gegen durchaus schlagbare Konkurrenten.


25.01.2013 - 08:30 Uhr

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