Beachvolleyball: Zwei Volleyball-Legenden treten beim Turnier in Tübingen an
Burkhard Sude ist Rekordnationalspieler und hatte einen spektakulären Auftritt bei „Wetten, dass…“. Christian Pampel tingelt als Profi bis nach Katar und Korea. Am Samstag treten die beiden gemeinsam beim Beachvolleyball-Turnier in Tübingen an.
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Ibrahim Naber
Der Rekordnationalspieler und der Globetrotter: Burkhard Sude (links) und Christian Pampel gehen am Samstag beim Beachturnier der TSG Tübingen in den Sand. Bild: Peters
Tübingen. Die Volleyball-Welt des Christian Pampel scheint riesig zu sein: Deutschland, Italien, Griechenland, Russland, Korea und Katar sind die Stationen seiner bisherigen Volleyball-Karriere. Man könnte meinen, Pampel sei ein Wandervogel, ein Abenteurer – einer, der fremde Kulturen liebt und ständig nach neuen Herausforderungen sucht. Doch wenn der 30-Jährige Diagonalspieler anfängt zu erzählen, dann hört sich das ganz anders an: „Ich mag das Reisen eigentlich überhaupt nicht. Meine Familie ist das Wichtigste in meinem Leben, für sie tue ich all das.“ Aber, sagt Pampel, er liebe den Volleyball eben auch so sehr, weil er sonst nichts anderes habe.
Momentan braucht Pampel auch gar nicht mehr. Sein Manager stellte am Anfang des Jahres den Kontakt nach Katar her, danach ging alles sehr schnell. Vertragsunterschrift, das erste Training, das erste Ligaspiel – und schließlich der Gewinn der Meisterschaft mit seinem Team. Pampel, der 2003 „deutscher Volleyballer des Jahres“ war, gilt auch in Katar nicht erst seit seiner Auszeichnung als bester Angreifer des Golf-Cups zu den Superstars der Liga. Jeden Morgen bahnt sich Pampel nun, vorbei an gigantischen Wolkenkratzern und vielen Nobelboutiquen, den Weg durch die Straßen Katars bis zur Trainingshalle seines Klubs Al Arabi Doha. Seine Mitspieler sind bis auf eine Ausnahme alle Araber.
Am Anfang sei es sehr schwer für ihn als einzigen Ausländer gewesen, erzählt Pampel. Jetzt hat sich der 1,98 Meter große Hühne zwar besser eingelebt, doch Kontakte außerhalb des Sports hat er kaum: „Ich habe fast keine Gemeinsamkeiten mit den Leuten in Katar. Die Kulturunterschiede sind einfach zu groß.“
Auch die Interessen und Ziele der Vereine unterscheiden sich klar von den Klubs in Deutschland: „Die Vereine gehören meist einem reichen Scheich. Diesem geht es dabei nicht um finanzielle Interessen wie Sponsorengelder, sondern um das Ansehen in der Gesellschaft. Das Niveau der Liga ist insgesamt nicht so hoch wie in Deutschland.“
Warum entschied sich Pampel dann trotz allem zu diesem Wechsel nach Katar? „Ich bin ehrlich, es geht dabei um viel Geld. In Deutschland ist es für mich nicht mehr möglich zu spielen. Denn in Katar zahle ich bei gleichem Bruttolohn keine Steuern“, sagt er.
Pampels Spielpartner Sude gab in seiner 20-jährigen Volleyballkarriere trotzdem fast immer der deutschen Liga den Vorzug. Auch deshalb nimmt der 201-fache deutsche Rekordnationalspieler eine Art „Kultstatus“ im deutschen Volleyball ein. 1982 duellierte sich der „Mr. Volleyball“ genannte Sude bei „Wetten, dass…?“ alleine mit einer Verbandsligamannschaft. Er gewann nach fünf Minuten Spielzeit mit 6:3 – und damit auch die Wette.
Noch spielt der 52-jährige Zahnarzt Volleyball auf hohem Level. In der vergangenen Saison half Sude im Abstiegskampf kurzfristig dem damaligen Erstligisten SV Bayer Wuppertal für einige Spiele im Abstiegskampf aus.
Im Gegensatz zu den Auftritten in der Halle ist Beachvolleyball sowohl für Sude als auch für Pampel jedoch nicht mehr als ein Hobby und ein Ausgleich zum Alltag. Zwei bis drei Mal pro Woche treffen sich die Beiden seit ein paar Monaten, um am Ufer des Bodensees zu trainieren.
Bei ihren Turnierteilnahmen am LBS-Beach-Cups in Schopfheim und Reutlingen reihten sie sich mit den Plätzen sieben und neun im Mittelfeld ein. Eine ganz neue Erfahrung, denn Mittelmaß war für beide vorher ein Fremdwort. „Es zeigt sich eben auch bei uns: Ein guter Hallenvolleyballer ist nicht gleichzeitig ein guter Beachvolleyballer“, erklärt Pampel.
Hört man Christian Pampel über längere Zeit zu, dann wirkt auch dessen Welt irgendwann normal. Auf die Frage nach seinen Hobbies sagt er kurz und knapp „Legobausteine“. Dann verabschiedet sich Pampel. Der Volleyball ruft einmal mehr.