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Goldener Glanz am Schönbuchrand

Weltmeister Rudisha war beim Stadtlauf-Training dabei

„Eine solche Dichte an Weltklasse-Athleten finden Sie sonst nirgendwo außerhalb der großen Meetings“, sagte Stadtlauf-Chef Frieder Wenk stolz, als er am Dienstag Weltmeister David Rudisha und Silbermedaillengewinner Bernard Lagat zum Vorbereitungs-Training begrüßte.

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hansjörg Lösel
Prominenter Vorläufer: Weltmeister David Rudisha (Vierter von links) führte gestern die erste ... Prominenter Vorläufer: Weltmeister David Rudisha (Vierter von links) führte gestern die erste Trainingsgruppe auf die 8,5-Kilometer-Strecke.Bild: Faden

Tübingen. In einem roten Beutel versteckt hatte David Rudisha das Objekt der Begierde dabei: „Wie groß die ist, wunderschön, die kannst du zu Hause aufhängen“, sagte Bernard Lagat, als der 800-Meter-Champion seine Goldmedaille ausgepackt hatte. Auch Lagat hatte Edelmetall aus Südkorea dabei, der kenianische Amerikaner aus Tübingen holte Silber über 5000 Meter. „Nicht schlecht für einen alten Mann, oder?“ sagte der 36-Jährige, der sich am Sonntag nur dem Briten Mo Farrah ganz knapp geschlagen geben musste.

Kaum in Tübingen angekommen, schaute der Doppelweltmeister von 2007 am Abend auf dem Sand vorbei und absolvierte die 11-Kilometer-Strecke – das zeigt, welchen Stellenwert das Stadtlauf-Training für Lagat besitzt. „Ich bin seit 4 Uhr wach, jetzt brauche ich Bewegung“, sagte der Lauf-Routinier, der mit seinem Manager James Templeton und auf Vermittlung von Frieder Wenk vor mehr als zehn Jahren die kenianische Lauf-WG in der Derendinger Mallestraße gegründet hat. Im Schönbuch finden die Weltklasse-Athleten ideale Trainingsbedingungen. „Wir nennen ihn Lagats Wald“, sagte Rudisha. Auch der 22-Jährige Weltrekordhalter über 800 Meter hat sich hier im Schönbuch die Form für seinen souveränen WM-Coup geholt. „Ich war sechs Wochen lang in Tübingen, hier habe ich meine Verletzung überwunden – jetzt bin ich sehr stolz auf meinen ersten WM-Titel“, sagte Rudisha.

Schon am Wochenende sind die Stars wieder auf Reisen: Beim Meeting im italienischen Rieti sind sowohl Lagat als auch Rudisha dabei – ebendort verbesserte der Kenianer seinen eigenen 800-Meter-Weltrekord auf 1:41,01 Minuten. „Ich fühle mich sehr stark, weil ich in diesem Jahr noch nicht viele Rennen gelaufen bin“, sagte Rudisha – möglicherweise greift er sogar seine eigene Bestmarke nochmals an. Weitere Stationen sind dann die Meetings in Brüssel und am 18. September Mailand – deshalb ist ein Stadtlauf-Start nicht drin.

Sicher dabei ist dafür erneut Lokalmatador Arne Gabius, der gestern wie Olympiasieger Dieter Baumann den WM-Medaillengewinnern gratulierte. Gabius beendet kommenden Dienstag die Bahn-Saison mit einem 5000-Meter-Rennen in Rovereto. „Und dann geht es fünf Tage später drei Mal durch die Stadt!“

07.09.2011 - 15:30 Uhr

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