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Den Podestplatz vor Augen

Triathlon: Vierter Platz für Felix Schumann bei der EM

Ganz Optimist hatte sich Felix Schumann bei der Triathlon-Europameisterschaft über die halbe Ironman-Distanz in Wiesbaden einen Platz unter den Top Fünf ausgerechnet – am Ende kam der Tübinger auf Platz vier und schrammte nur knapp an Bronze vorbei.

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bernhard schmidt
Im Ziel vor dem Wiesbadener Kurhaus feuerte Felix Schumann seine Trinkflasche auf den Boden. Einen ... Im Ziel vor dem Wiesbadener Kurhaus feuerte Felix Schumann seine Trinkflasche auf den Boden. Einen Podiumsplatz hatte er verpasst, trotzdem freute sich der Tübinger über seine beste Saisonleistung. Bild: Sienknecht

Wiesbaden. Schumann hatte sich am Sonntag im abschließenden 21,5 Kilometer-Lauf durch den Wiesbadener Kurpark vor tausenden jubelnden Zuschauern bis zur Erschöpfung verausgabt, um doch noch den Sprung aufs Podest zu schaffen. Doch am Ende fehlten nach 1,9 Kilometern im Wasser, 90 Kilometer auf dem Rad und dem Halbmarathon über 21,1 Kilometer gerade fünfzig Meter auf einen Podestplatz.

Der Schwede Björn Andersson holte Bronze, der 28-jährige Tübinger Arzt wankte die letzten Meter mehr als er lief und wurde doch nur undankbarer Vierter. Im Ziel sackte er völlig ausgepumpt zusammen. „Am Ende sah das nicht mehr arg nach Laufen aus“, erzählt Schumann, „nach dem Zieldurchlauf bin ich auf der Sanitätsliege wieder aufgewacht.“

Der Tübinger, dieses Jahr schon Dritter bei der Terra-X-EM auf der Cross-Strecke auf Sardinien, hatte bei strömendem Regen mit seinem schlingernden Rennrad Probleme auf den Abfahrten und lief danach zunächst ein einsames Rennen. Der spätere Sieger Michael Raelert und Sebastian Kienle waren schon weit enteilt, auch Andersson hatte zu Beginn zehn Minuten Vorsprung.

Doch drei Kilometer vor dem Ziel sah Schumann, ein bekannt starker Läufer, auf dem winkeligen Kurs den Schweden im Nebel vor sich auftauchen und setzte nach vier Stunden Kampf durch Regen und Kälte zum Endspurt an. Zu spät – Schumann musste sich mit gut sechs Minute Rückstand auf den Sieger und 13 Sekunden auf Anderson mit Platz vier begnügen.

Der Tübinger hat sein Medizinstudium abgeschlossen und steht nun vor dem Entschluss, entweder sofort als Arzt zu arbeiten oder die nächste Zeit als Triathlonprofi sein Glück zu probieren. Entscheiden will er sich aber erst nach den letzten großen Wettkämpfen dieser Saison, nach der X-Terra-Weltmeisterschaft Ende Oktober in Hawaii und dem Ironman in Miami.

70,3 Meilen Schwimmen, Radeln und Laufen

Offiziell nennt sich der EM-Triathlon in der hessischen Hauptstadt Wiesbaden Ironman 70.3 und entspricht der Länge eines halben Ironman. 70.3 bezeichnet die insgesamt im Wasser, auf dem Rad und auf der Laufstrecke zurückgelegte Strecke (1,9 km / 90 km / 21,1 km)– allerdings nicht in Kilometern, sondern in Meilen. An der EM nahmen 3300 Athleten aus 42 Nationen teil.

70,3 Meilen Schwimmen, Radeln und Laufen

17.08.2010 - 08:30 Uhr
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