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Sonnige Aussichten

Triathlon-Profi Daniel Unger will neue Reize setzen

Der prominenteste Neuzugang bei der LAV Asics Tübingen ist ein Teilzeit-Leichtathlet. Daniel Unger, Triathlon-Weltmeister 2007, möchte in Diensten der LAV seine Laufform verbessern.

Johannes Knuth
Neu und bekannt: Daniel Unger beim Tübinger Stadtlauf 2008. Bild: Metz Neu und bekannt: Daniel Unger (links) beim Tübinger Stadtlauf 2008. Metz

Tübingen. Sonne, wenig Wind, mollige 20 Grad – am Januarwetter auf Fuerteventura hatte Daniel Unger während seines Trainingslagers wenig auszusetzen. Umso schwieriger gestaltete sich daher die Rückkehr ins verschneite, von Minusgraden durchgerüttelte Bad Saulgau. „Im Moment muss ich etwas defensiver agieren“, sagt Unger.

Defensiv agieren, das passt nicht wirklich zum 31-Jährigen. Unger ist stets offensiv auf der Suche nach Lösungen, wie er 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen so schnell wie möglich hinter sich bringt. Bisher ist ihm das immer prächtig gelungen (siehe Kasten rechts). Doch Unger übt sein Metier seit zwei Jahrzehnten aus, „da sind neue Reize wichtig“, findet er.

Neue Reize möchte der Oberschwabe jetzt bei Laufwettbewerben setzen. „Das Laufen nimmt bei uns eine immer größere Rolle ein.“ Kein Triathlet laufe mehr für sich allein, vielmehr müsse man Gegner beobachten, Angriffe planen und Attacken parieren, erklärt Unger.

Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, hat sich Unger der Tübinger Trainingsgruppe von Olympiasieger Dieter Baumann angeschlossen. „Daniel schreibt seinen eigenen Trainingsplan, ich korrigiere höchstens die Laufeinheiten, beschreibt Baumann seine Rolle – wofür ihm Unger sehr dankbar ist. Er genieße die Einheiten mit den Langstreckenexperten Arne Gabius und Filmon Ghirmai. „Man sollte sich immer mit den Stärksten messen“, sagt Unger.

Ungers Bühnenpremiere im LAV-Trikot steigt bereits am 6. Februar bei den Deutschen Crossmeisterschaften in Neukirchen (Westfalen). Die Inszenierung ist anspruchsvoll, das Tübinger Läuferensemble hat gleich mal den Mannschaftstitel ins Visier genommen. Weitere Wettkämpfe werden folgen, „aber wenn ich richtig fit bin,“, sagt Unger“, steht natürlich der Triathlon im Vordergrund.“ Sollte er fit sein, wird er sehr beschäftigt sein. Seit 2008 ermitteln die Triathleten ihren Weltmeister in einer zehnteiligen Wettkampfserie rund um den Globus. Zudem startet Unger auch weiterhin für die Triathlon-Bundesligamannschaft des SV Schramberg.

Seinen Nebenjob bei der LAV wird Unger trotzdem ernst nehmen, schließlich möchte er Schlüsselkompetenzen für seine Haupttätigkeit erwerben. „Mein großes Ziel ist Olympia 2012. Ab diesen Juli können wir schon Qualifikationspunkte sammeln“, sagt Unger.

Um für diese Herausforderung präpariert zu sein, setzt Unger nach den „defensiven“ Tagen sein Training fort – zunächst auf den Langlaufskiern in Bad Saulgau, Ende Januar im südafrikanischen Potchefstroom. Die Wetteraussichten: Feucht, leichter Wind, 28 Grad.

Seinen ersten Triathlon absolvierte er im zarten Alter von zwölf Jahren – mittlerweile zählt der 31-jährige Daniel Unger zu den Führungskräften seiner Zunft. Mit dem Deutschen Meistertitel und Platz drei bei der Europameisterschaft stürmte er 2004 ins Profigeschäft; 2007 gewann Unger bei der WM in Hamburg die Goldmedaille. In seiner Freizeit lässt es der Vater eines Sohnes (Toni Leander) ruhiger angehen. Zu seinen Hobbys zählen Lesen und Spaziergänge.

16.01.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 16.01.2010 - 09:39 Uhr
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