Top-Favorit Tim Lange hat am Sonntag in Hirschau den 18. Spitzberglauf gewonnen. Getrübt wurde die Freude über Teilnehmerzahl, Siegerzeit und Traumwetter durch den Kollaps eines Walkers.
Hirschau. „Das wird der wichtigste Lauf der Saison“, sagte der schelmisch grinsender Lange vor dem Start, wohlwissend, dass seine Saison bereits vorbei ist. Der für EJOT Buschhütten startende und in Tübingen lebende Lange hat eine fulminante Triathlonsaison hingelegt. „Aber die Form ist noch immer gut.“
Der spätere Sieger Tim Lange (Nummer 1602) beim Start. Im roten Trikot mit 1625 der Zweite Luigi de Franceschi, Dritter wurde Adrian Beggers (1614).Bild: Ulmer
Die Hirschauer hatten so viele Voranmeldungen wie nie zuvor. Die Großkaliber allerdings meldeten erst am Renntag nach. Luigi de Franceschi (SV Ohmenhausen) und Mischa Elbeshausen (Post SV Tübingen) schienen am ehesten in der Lage, Lange zu gefährden.
Für ein spannendes Rennen war also alles angerichtet. Und das Wetter war perfekt für gute Zeiten. Merkwürdig: Seitdem die Hirschauer die Streckenführung vor ein paar Jahren geändert haben, wurde aus dem für den Spitzberglauf jahrelang geltenden Schmuddelwetter ein Schönwetterlauf. Bis zum Sattel auf halber Höhe liefen Lange, de Franceschi und der Unterjesinger Adrian Beggers gleichauf. „Dann habe ich angezogen“, sagte Lange. Die beiden anderen konnten nicht folgen, und so lief der Triathlet den ungefährdeten Sieg in der starken Zeit von 45:38 Minuten über die 13,1 Kilometer heraus. Mit 46:18 folgte de Franceschi, in 47:08 Beggers. Beachtlich, dass Beggers gerade erst 16 Jahre alt ist.
„Ich mache wenig Wettkämpfe“ sagt er, „und wenn, dann sind es Bergläufe. Aber manchmal meldet mich mein Vater an, dann laufe ich halt.“ Immerhin nahm er Elbeshausen eine halbe Minute ab.
Dass beim Spitzberglauf mit letzter Kraft gekämpft wird, zeigte Bernhard Rauscher. Als ihm kurz vor dem Ziel der Schuh vom Fuß fiel, rannte er barfuß über die Ziellinie. „Egal wie, Hauptsache ins Ziel“, sagte er lachend. Tragisch hingegen endete für einen Walker der sportliche Vormittag. Nur wenige Meter vor dem Ziel taumelte er, drehte sich – und fiel hin. Erste Maßnahmen durch den Arzt vor Ort und der Einsatz eines Defibrillators durch den Notarzt machten den Mann transportfähig für die Klinik. „Wir wissen nur, dass er stabil ist“, sagte Stefan Fauser, Vorstand des TSV Hirschau, „aber ob es tatsächlich ein Herzinfarkt war, hat uns bislang niemand bestätigt.“
Bei den Frauen lief Franziska Pfeiffer (LAV Asics Tübingen) ein einsames Rennen. Mit ihrer Zeit von 52:57 hatte sie sage und schreibe fast sieben Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte, Dorothea Kraemer (LT Altburg). „Ich mag schwere Strecken“, sagte sie, „und meine Form habe ich gut gehalten.“
Den Hobbylauf entschied Lukas Müller (SF Dußlingen) in sehr guten 22:24 für sich, die Damenkonkurrenz gewann Sarah Bäuerle (TV Rottenburg) in 29:39. Im Schülerlauf siegte Alexander Rall aus Pfullingen.
Beachtliche Teilnehmerzahlen gab es dieses Jahr: Alleine beim Hauptlauf kamen 216 Teilnehmer/innen ins Ziel. Dazu 105 Schüler, 51 Hobbyläufer/innen und 17 Walker/innen. Die Unermüdlichen liefen nach dem Rennen noch aus, während die anderen sich Kaffee und Kuchen nach draußen holten und die Sonne genossen.