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Eine Million Antilopen

Teilzeit-Tübinger Lagat läuft in Daegu zu WM-Silber

Die Tübinger Luft scheint Spitzenläufern gut zu tun: Nach der Goldmedaille von David Rudisha über 800 Meter gewann Bernard Lagat, ein weiterer Teilzeit-Tübinger,  am Sonntag bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Südkorea Silber über 5000 Meter.

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Thomas De Marco
Artikelbild: Teilzeit-Tübinger Lagat läuft in Daegu zu WM-Silber Bernard Lagat hat gestern bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Südkorea wie vor zwei Jahren in Berlin die Silbermedaille über die 5000 Meter gewonnen und wird demnächst nach Tübingen zurückkehren. Bild: Ulmer

Lagat hat bei seinem unwiderstehlichen Schluss-Sprint zu Silber umgesetzt, was ihm sein Söhnchen Miika am Donnerstag vor dem 5000-Meter Vorlauf aufgetragen hatte. Nachdem Lagat von seinem Filius gefragt worden war, wie er sich fühle, antwortete der für die USA startende Läufer: „Wie eine Million Antilopen.“ Darauf riet ihm Miika: „Also, dann geh‘ raus und laufe wie eine Million Antilopen!“

Super sei dieser zweite Platz für den 36-Jährigen, freut sich Gabriele Ulrich vom Organisationsteam des Tübinger Stadtlaufs. „Das war ein hartes Rennen mit vielen Remplern. Wenn Lagat früher aus dem Pulk rausgekommen wäre, hätte er vielleicht den Sieger Mo Farah noch abgefangen.“

Dieser Meinung ist auch Frieder Wenk, Ulrichs Partner bei der Stadtlauf-Organisation. „Während des gesamten Laufs hat Lagat gut ausgesehen. Er wurde dann aber durch zwei üble Rempler aus dem Rhythmus gebracht. Er hätte das Potenzial zum Sieg gehabt.“
Lagat, der sich 2007 eine Eigentumswohnung auf dem Herrelsberg in Lustnau gekauft hat, bereitete sich wie auch 800-Meter-Sieger Rudisha den Sommer über in Tübingen vor. „Er läuft sehr gerne am Roten Tor bei Pfrondorf Richtung Rübgarten“, erzählt Wenk, „seine Tempoläufe macht er in Tübingen im SV 03-Stadion oder im Sportinstitut.“

Lagat war vor der WM dreimal beim Stadtlauf-Vorbereitungstraining mit dabei, um die Läuferinnen und Läufer aus Tübingen für den 18. September fit zu machen. „Er ist da eine ganz treue Seele“, freut sich Ulrich. Wenk hofft nun, dass sowohl Rudisha, der seit Samstag wieder in Tübingen ist, als auch der gebürtige Kenianer Lagat vielleicht schon am Dienstag beim nächsten Stadtlauf-Training auf dem Sand (Falkenweg) dabei sind. „Heute werde ich in Erfahrung bringen, ob die beiden dabei sind. Wenn es am Dienstag nicht klappt, dann wahrscheinlich am Donnerstag“, sagt Wenk.

Lagat hat bei Olympischen Spielen bisher je einmal Silber und Bronze gewonnen und bei Weltmeisterschaften zweimal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze geholt.

04.09.2011 - 16:52 Uhr | geändert: 04.09.2011 - 16:59 Uhr

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